Wie stärkt man Wäsche aus verschiedenen Stoffen richtig?
Wie stärkt man Wäsche und warum sollte man das überhaupt tun? Beim Stärken bildet sich ein dünner Film auf der Stoffoberfläche, der diesen fester macht und die Form besser hält. Zudem dringen durch diesen Film Verschmutzungen nicht tief in die Stoffstruktur ein und lassen sich daher leicht auswaschen. Wenn es sich um ein helles, aber mit der Zeit leicht vergilbtes Kleidungsstück handelt, hellt das Stärken es leicht auf und verleiht ihm ein frischeres Aussehen. Der einzige Nachteil gestärkter Kleidung ist, dass sie weniger luftdurchlässig ist, d.h. an heißen Tagen wäre sie nicht sehr angenehm zu tragen.

Zubereitung der Stärkelösung
Zum Stärken von Wäsche zu Hause kann jede Stärke verwendet werden – Mais-, Weizen- oder Kartoffelstärke. Einen wesentlichen Unterschied im Ergebnis gibt es in diesem Fall nicht, obwohl viele Hausfrauen feststellen, dass Maisstärke weniger gut eindickt als Kartoffelstärke.
Je nach Material der Kleidung oder Wäsche wird dem Wasser pro Liter eine unterschiedliche Menge Stärke zugesetzt.
- Für dünne Stoffe wie Chiffon, Organza, Batist oder Tüll reicht ein halber Teelöffel.
- Für Bettwäsche, verschiedene Dekoservietten und Kleidung wird in der Regel bereits ein ganzer Teelöffel hinzugefügt.
- Für einzelne Kleidungsstücke, die besonders steif sein sollen, wie Kragen oder Manschetten, oder einen Unterrock werden bereits zwei Teelöffel Stärke verwendet.
Die Stärke muss in einem Gefäß mit kaltem Wasser aufgelöst, gründlich umgerührt und dann eine kleine Menge heißer Flüssigkeit hinzugefügt werden. Das Ergebnis sollte eine völlig klare, dicke Paste sein. Wenn die Mischung nicht klar genug ist, kann sie einige Minuten lang erhitzt werden.
Tipp
Wenn die Herstellung der Stärkelösung ohne Klümpchen nicht gelungen ist, kann die Mischung durch ein Käsetuch gesiebt werden, um diese zu entfernen.
Wie stärkt man richtig? Dies sollte nur mit sauberen Kleidungsstücken ohne Flecken erfolgen. Sie können trocken oder leicht feucht sein, das spielt keine Rolle. Tauchen Sie das Kleidungsstück in die Stärkeflüssigkeit, lassen Sie es gut durchtränken, nehmen Sie es dann heraus und wringen Sie es leicht aus, um überschüssiges Wasser zu entfernen. Gestärkte Wäsche wird zu Hause bei Raumtemperatur getrocknet. Stellen Sie sie nicht in die Nähe von Heizgeräten, da sie sonst ungleichmäßig trocknet und sich nicht gut bügeln lässt. Apropos Bügeln: Dies sollte bei leicht feuchten Kleidungsstücken erfolgen. Wie stärkt man eine Schleife, die man besser nicht bügeln sollte, um den Stoff nicht zu schmelzen? Diese muss von Hand in Form gebracht werden.
Was wird nicht gestärkt?
- Unterwäsche sollte nicht gestärkt oder mit Gelatine behandelt werden, da die Prozedur sie luftundurchlässig macht, was aus hygienischer Sicht schlecht ist.
- Für das Stärken eignen sich schwarze und generell dunkle Kleidungsstücke nicht – auf ihnen bleiben sichtbare weiße Schlieren zurück.
- Es ist sinnlos, synthetische Kleidung zu stärken, zu zuckern oder zu gelatinieren – ein besonderes Ergebnis wird nicht erzielt.
Wie kann man ein Kleidungsstück sonst noch stärken?
Das Stärken «nach alter Art» — ist ein recht langer und mühsamer Prozess. Heutzutage gibt es weitaus bequemere Methoden, Kleidungsstücke zu stärken. Man kann stärkehaltige Sprays oder Flüssigkeiten kaufen, die extrem einfach in der Anwendung sind – sie werden während des Bügelns auf das Kleidungsstück gesprüht.
Zum Stärken großer Gegenstände, wie z. B. Bettwäsche oder langer Kleidung, empfiehlt es sich, Pulver oder Weichspüler mit entsprechender Wirkung zu kaufen, die einfach beim Waschen in die Maschine gegeben werden. Grundsätzlich kann man der Maschine auch eine Mischung aus Stärke und Wasser hinzufügen. Aber wie kann man den Stoff auf diese Weise stärken, ohne die Maschine zu beschädigen? Die Lösung sollte in das Weichspülerfach gegeben werden (und zwar streng anstelle des Weichspülers, nicht zusammen mit ihm), und nach dem Waschen müssen Trommel und Tür der Maschine mit einem trockenen, sauberen Tuch abgewischt werden, um weiße Rückstände von der Stärke zu entfernen.
Tipp
Es ist bequem, Wäsche zu stärken oder zu gelatinieren, indem man eine schwache Lösung in eine Sprühflasche umfüllt. Konzentriertere Mischungen sind aufgrund ihrer Dicke jedoch schwer zu versprühen.
Alternative Methoden
Neben diesen jeder Hausfrau vertrauten Methoden, einem Kleidungsstück Form zu geben und es steifer zu machen, gibt es andere, weniger bekannte, aber nicht weniger wirksame.
- Zucker mit Wasser mischen (etwa 200 g Zucker auf 100 g Wasser) und die Mischung erwärmen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Wichtig ist, den Sirup nicht zu lange zu kochen, sonst verleiht er den Kleidungsstücken eine gelbliche Färbung.
- PVA in Wasser auflösen. Verwenden Sie besser Baukleber, da dieser weißer ist und nach dem Trocknen keine gelblichen Schlieren auf hellen Stoffen hinterlässt. Diese Methode wird häufig von Bastlerinnen bei der Herstellung von Kunstwerken aus dünnen Stoffen wie Tüll verwendet.
Anstatt die Wäsche zu stärken, kann man sie für das gleiche Ergebnis auch gelatinieren. Dazu werden 3-4 Löffel Gelatine pro Liter Wasser in kaltem Wasser aufgelöst, die Mischung fast zum Kochen gebracht (aber nicht kochen lassen), bis zur gleichmäßigen Konsistenz und vollständigen Auflösung der Gelatine gerührt. Dann lässt man die Lösung etwas abkühlen, sodass sie noch heiß, aber nicht mehr verbrennend ist, taucht das Kleidungsstück für einige Minuten ein, wringt es anschließend leicht aus und hängt es zum Trocknen auf.
Die idealen Methoden, um einem bestimmten Kleidungsstück Form zu geben, und die Anteile der Komponenten in den Mischungen zur Behandlung eines bestimmten Gegenstands lassen sich nicht im Voraus vorhersagen; jede Hausfrau ermittelt sie durch Erfahrung. Es gilt jedoch eine allgemeine Regel: Je dünner der Stoff, desto weniger konzentriert sollte die Lösung sein. Für Tüll wird beispielsweise weitaus weniger Stärke benötigt als für ein Baumwollhemd.


