Kann man Pflanzen mit abgekochtem Wasser gießen? – Richtiges Gießen von Zimmerblumen

Zimmerblumen können regelmäßig mit abgekochtem Wasser gegossen werden, dabei müssen jedoch einfache Regeln beachtet werden. Es gibt die Meinung, dass diese Bewässerungsmethode nur gelegentlich angewendet werden sollte. Manche halten abgekochtes Wasser für „tot“, da es nichts Nützliches für Pflanzen enthalte. In dieser Frage gibt es keine einheitliche Meinung, daher lohnt es sich, sie genauer zu betrachten.

Zimmerblumen mit abgekochtem Wasser gießen

Nutzen und Schaden von abgekochtem Wasser für Blumen

Schaden und Nutzen von abgekochtem Wasser für Blumen sind relativ. Es kommt darauf an, womit man diese Flüssigkeit zum Gießen vergleicht. Schmelz- oder Regenwasser gilt beispielsweise als besser geeignet. Was aus dem Wasserhahn kommt, kann kaum als ideale Substanz betrachtet werden.

Was die Vorteile des Abkochens betrifft, liegen diese in Folgendem:

  • Beim Erhitzen auf hohe Temperaturen verdampft das Chlor aus dem Wasser;
  • Es findet eine Desinfektion statt, da beim Kochen schädliche Mikroorganismen abgetötet werden;
  • Kalzium- und Magnesiumsalze fallen aus, wodurch das Wasser weicher wird.

Der Nachteil besteht in der Verringerung des Mineralstoffgehalts und dem Entweichen von Sauerstoff. Das Wasser wird sozusagen leer. Auch die individuellen Bedürfnisse jeder Blume müssen berücksichtigt werden. Viele Pflanzen vertragen zum Beispiel kein hartes Wasser.

Abkochen von Wasser

Eine erhöhte Härte beeinflusst den Säuregehalt des Bodens und verschiebt das Gleichgewicht in Richtung einer Zunahme der Alkalität, während die meisten Zimmerpflanzen sich in neutralem oder schwach saurem Boden mit einem pH-Wert von 5,5–7 wohlfühlen.

Wenn dieser Wert auf pH 7,5 oder mehr ansteigt, geschieht Folgendes:

  • Der Boden wird oben mit einer Salzkruste bedeckt;
  • Die Stoffwechselprozesse im Pflanzengewebe werden gestört;
  • Die Blumen beginnen, Nährstoffe schlechter aufzunehmen;

Die Pflanzen verlangsamen ihr Wachstum. Ihre Fähigkeit, Krankheiten und Schädlingen zu widerstehen, nimmt ab.

Usambaraveilchen (Veilchen), Azaleen, Orchideen und Farne vertragen hartes Wasser überhaupt nicht. Es gibt jedoch Pflanzen, die von einer großen Menge an Mineralstoffen profitieren, wie zum Beispiel Zitruspflanzen, Ficus und verschiedene Bonsai-Arten. Bei den übrigen Pflanzen kann man zwischen weichem und hartem Wasser abwechseln. Die Beobachtung der Blume verrät, wie oft und womit sie gegossen werden sollte. Negative Veränderungen im Aussehen sollten als Notwendigkeit betrachtet werden, die Pflege anzupassen.

Gießkanne zum Bewässern

Vorbereitung von abgekochtem Wasser zum Gießen

Wenn sich auf der Bodenoberfläche ein gelblicher Belag gebildet hat, kann man die Blume vorübergehend auf das Gießen mit abgekochtem Wasser umstellen. Die obere Erdschicht im Topf wird dabei durch frische Erde ersetzt. Diese Änderungen tragen zur Verbesserung der Bodenstruktur und des Zustands der Pflanze bei.

Eine Blume etwa einen Monat lang mit abgekochtem Wasser gießen, danach kehrt man zur gewohnten Pflege zurück. Vor dem Gießen wird das abgekochte Wasser nicht nur abgekühlt, sondern auch 2 Tage lang stehen gelassen. In dieser Zeit kann sich das Wasser mit Sauerstoff anreichern, was es wertvoller macht.

Vorbereitung von abgekochtem Wasser zum Gießen

Außerdem kann man den Pflanzenwurzeln helfen, ausreichend Sauerstoff aufzunehmen, indem man die Erde im Topf regelmäßig lockert. Der Mineralstoffmangel im abgekochten Wasser lässt sich nicht beheben, aber man kann Ersatzmaßnahmen ergreifen. Die Pflanzen werden bei dieser Bewässerung regelmäßig gedüngt. Am besten verwendet man einen komplexen Dünger, der für die jeweilige Pflanzenart geeignet ist. Solche Düngemittel enthalten alle für das Wachstum der grünen Schützlinge notwendigen Stoffe.

In der warmen Jahreszeit werden die Pflanzen mit Wasser gegossen, dessen Temperatur der Lufttemperatur entspricht oder etwas höher ist. Während der kühlen Überwinterung sollte das Gießwasser kälter sein – 10-12 °C. Das Gießen mit wärmerem Wasser kann dazu führen, dass die Pflanze aus der Ruhephase erwacht. Die Wassermenge sollte jedoch sehr gering sein, nur um die Erde im Topf anzufeuchten, da sonst die Wurzeln faulen könnten.

Wie man die Qualität von Leitungswasser ohne Abkochen verbessert

Wasser direkt aus dem Hahn kann man nicht zum Gießen von Pflanzen verwenden. Man sollte es in einen Behälter mit passendem Volumen (damit es für alle Blumen reicht) füllen und bei Raumtemperatur 1-2 Tage stehen lassen. In dieser Zeit erwärmt sich das Wasser, und verschiedene darin enthaltene Verunreinigungen setzen sich am Boden ab. Nicht umsonst nennt man solches Wasser abgestandenes Wasser.

Das Abstehenlassen von Wasser

Zur Vorbeugung einer Bodenalkalisierung werden bei jedem 4. bis 5. Gießen säuernde Substanzen ins Wasser gegeben.

Verbrauch an Säuerungsmitteln auf 5 l Wasser:

  • Tafelessig 9% – 50 ml;
  • Oxalsäure – 1 g;
  • Schwarztorf – 50 g.

Der Zusatz in Form von Torf dient auch als zusätzliche Nahrung. Damit die Pflanzen nicht unter erhöhter Härte leiden, werden sie vorbeugend mit Regen- und Schmelzwasser gegossen. Beide Optionen gelten als ideal, daher ist es sinnvoll, sich um die Vorratshaltung solchen Wassers für seine Pflanzen zu kümmern.

Filtrieren

Gefiltertes Wasser hilft Pflanzenzüchtern sehr. Der Filter kann beliebig sein – ein Kannenfilter, ein Durchlauffilter oder eine in die Wasserleitung eingebaute Anlage. Diese Geräte reinigen das Wasser von mechanischen Verunreinigungen, machen es weicher und entfernen Chlor.

Filtrieren von Wasser

Wasser nach dem Filter benötigt kein Abstehen, kann aber in der kalten Jahreszeit erwärmt werden müssen. Es kann nicht nur zum Gießen, sondern auch zum Besprühen der Blätter verwendet werden. Auf den Blattspreiten bleiben in diesem Fall keine weißlichen Flecken zurück, nachdem die Tropfen getrocknet sind.

Vorteile von Regenwasser

Der Vorteil von Regenwasser liegt in seiner Sauerstoffsättigung. Außerdem hat es einen neutralen pH-Wert. Regen, der vom Himmel fällt, kann den Pflanzen gute Dienste leisten, aber auch Schaden anrichten.

Es liegt an der verschmutzten Umwelt. Außerhalb der Stadt kann man Regenwasser jederzeit sammeln. Innerhalb der Stadtgrenzen sollte man sich an eine andere Regel halten. Wenn der Regen gerade erst begonnen hat, sollte man bis zum nächsten Tag warten oder zumindest einige Zeit abwarten. Regenwasser kann man nach einigen Stunden Regenwetter sammeln, da alle schädlichen Verunreinigungen mit den ersten Regentropfen auf den Boden fallen.

Regenwasser

Es ist besser, kein Regenwasser zu verwenden, das nach einer langen Trockenperiode gefallen ist. Diejenigen, die diese Bewässerungsmethode anwenden, berichten von einer positiven Reaktion der Blumen. Orchideen, Alpenveilchen, Begonien, Pelargonien reagieren auf Regenwasser mit üppiger und langanhaltender Blüte.

Vorteile von Schmelzwasser

Schmelzwasser wird durch Einfrieren und anschließendes Auftauen der Flüssigkeit gewonnen. Allerdings eignet sich das Leitungswasser nicht für diesen Zweck, da die Verunreinigungen aus dem Leitungswasser dabei nicht verschwinden. Am besten gewinnt man Schmelzwasser aus natürlichen Quellen, indem man Schnee von draußen verwendet. Den Schnee sollte man nicht im Hof sammeln, der von Hochhäusern umgeben ist, sondern außerhalb der Stadt.

In der Stadt kann man sauberen Schnee sammeln, der während eines starken Schneefalls gefallen ist. Der ideale Behälter ist ein emaillierter Eimer mit Deckel. Wenn es nur wenige Blumen sind, reicht auch ein Topf. Zu Hause sollte man das Wasser auf natürliche Weise auftauen lassen; es darf nicht auf dem Herd erhitzt werden, da es sonst seine nützlichen Eigenschaften verlieren könnte.

Bewässerung mit Schmelzwasser

Theoretisch kann man Leitungswasser in Plastikflaschen einfrieren und dann nicht vollständig auftauen. Im Zentrum des verbleibenden Eisstücks befinden sich dann alle schädlichen Verunreinigungen. Aber in der Praxis ist das nicht sehr bequem. Man müsste den Auftauprozess kontrollieren, was schnell lästig wird.

Bei der Pflanzenpflege ist eine individuelle Herangehensweise immer wichtig. Dieses Prinzip gilt auch für das Gießen von Zimmerpflanzen. Einige von ihnen können ständig mit abgekochtem Wasser gegossen werden, andere nur gelegentlich. Bei manchen Pflanzen kann diese Methode sogar schaden. Die Beobachtung der Zimmerpflanzen während eines solchen Experiments hilft, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

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