Kann man Zimmerpflanzen regelmäßig mit Tee gießen und warum ist das sinnvoll?
Anfänger in der Pflanzenpflege fragen sich oft: Kann man Zimmerblumen mit Tee gießen, und wenn ja, mit gesüßtem oder ungesüßtem? In Foren für Pflanzenliebhaber entbrennen hitzige Diskussionen zu diesem Thema: Befürworter des Gießens und Mulchens des Bodens mit Teeblättern gegen diejenigen, die meinen, dass Pflanzen auch ohne diese Zusatzdüngung gut auskommen.

Welche Vorteile bietet das Gießen mit aufgebrühtem Tee?
Eine chemische Analyse des Tees zeigt, dass das Getränk mineralische und organische Stoffe sowie Gerbstoffe enthält, die den Boden ansäuern. Nicht alle Zimmerpflanzen benötigen diese Ansäuerung. Es ist bekannt, dass Farne, die unter karbonathaltigen Salzen im Boden und Wasser leiden, und Kakteen, die hartes Wasser und die darin enthaltenen Gerbstoffe lieben, gut darauf reagieren.
Die übrigen Zimmerpflanzen reagieren eher zurückhaltend auf das Gießen mit Teeblättern. Jedenfalls gibt es keine verlässlichen experimentellen Daten, die den offensichtlichen Nutzen dieser Düngung belegen. Es wird vermutet, dass regelmäßiges Mulchen des Bodens mit Teeresten hilft, die Feuchtigkeit zu bewahren. Wenn man die Teeblätter unter die Zimmerblumen mischt und sie leicht in den Blumentopf eingräbt, erhalten die Pflanzen eine Düngung mit verlängerter Wirkungsdauer.
Nachteile der Methode
Die Gegner dieser Bewässerungsmethode führen zahlreiche Argumente gegen die Ansichten der anderen Seite an. Diese verdienen eine genauere Betrachtung.
- Die moderne Pflanzenpflege bietet eine ausreichende Auswahl an Düngemitteln, universellen und speziellen Erde, die auf die Bedürfnisse aller Pflanzenarten zugeschnitten sind. Man kann das optimale Nährstoffniveau berechnen, das die Blumen benötigen, ohne Zusätze von zweifelhafter Zusammensetzung hinzuzufügen.
- Aromatisierter Tee mit Zusätzen kann bei Blumen zu traurigen Folgen führen: Wurzelfäule, Störung des Nährstoffgleichgewichts im Boden.
- Das Gießen mit Teeblättern unter Zugabe von Zucker führt zum Auftreten von Trauermücken, schwarzen Fliegen und anderen Schädlingen im Topf, die schwer zu beseitigen sind.
- Bei Verwendung von verschimmeltem Tee können Bakterien und Schimmelpilze in die Erde gelangen und eine Bodenkontamination verursachen.
- Für Exemplare des heimischen Gewächshauses, die sauren Boden bevorzugen, kann diese Bewässerung nur schädlich sein.
Tipp
Eine Bodenversauerung lässt sich an folgenden Anzeichen erkennen: grünlicher, übelriechender Belag auf der Erde, Fäulnis von Blüten und Blättern, Schimmel an den Pflanzenstielen.
Diese Argumente geben den Befürwortern der 'Großmutter'-Methoden zu denken.
Wie verwendet man Teeblätter richtig zum Gießen und Düngen?
Diese Variante könnte für Anhänger des ökologischen Gartenbaus akzeptabel sein, da natürliche Mittel in letzter Zeit immer verbreiteter werden.
Tipp
Zum Gießen kann jeder Tee verwendet werden: schwarzer, grüner, Kräutertee. Wichtig ist, dass er keine Zusätze oder Aromen synthetischen Ursprungs enthält.
Wie gießt man Pflanzen richtig mit Teeaufguss?
- Stellen Sie sicher, dass Ihre Blumen eine Versauerung des Bodens benötigen. Sie können mit einem Lackmuspapier eine einfache Bodenanalyse durchführen.
- Sie müssen den Dünger nicht ständig unter die Blumen geben, es reicht mehrmals im Monat – wenden Sie ihn beim nächsten Gießen an.
- Pflanzen dürfen nicht mit Tee gegossen werden, der Zucker enthält, sowie mit saurem oder verschimmeltem Aufguss.
- Sie können frischen, schwachen und ungesüßten Aufguss mit Raumtemperatur verwenden.
Tipp
Wenn Sie zusätzlich zum Gießen auch Teeblätter unter die Blumen streuen, muss deren Menge streng dosiert und mit der oberen Erdschicht vermischt werden. Diese Methode hilft, Feuchtigkeit zu bewahren, sodass Sie die Pflanze seltener gießen können.
Weitere Verwendungsmöglichkeiten für Teeblätter
Die Verfügbarkeit dieses Materials fördert die Nutzung auf andere Weise.
- Eine große Menge Abfall vom Teetrinken kann als Drainageschicht beim Einpflanzen einer Pflanze in einen neuen Topf verwendet werden. Dazu werden die gebrauchten Teeblätter auf eine Schicht Blähton gelegt, mit Erde bestreut und die Blume eingepflanzt. Wenn die Wurzeln die untere Erdschicht erreichen, ist ein Teil der Teeblätter bereits verrottet und dient als organischer Dünger.
- Statt einer Drainageschicht können Sie getrocknete Teeblätter beim Umtopfen einer Pflanze in einen anderen Topf mit der Blumenerde vermischen. Dieser Zusatz ist geeignet, wenn die Erde dicht ist, da er als Lockerungsmittel wirkt.
Zusammenfassend: Wenn Sie abgebrühten Tee zum Gießen verwenden, müssen Sie dies nach allen Regeln tun, keine Zusätze oder Aromen sowie verschimmeltes Material verwenden. Diese Methode wird für Pflanzen angewendet, die sauren Boden und hartes Wasser mit Gerbstoffen bevorzugen. Gießen Sie nicht zu häufig, lockern Sie regelmäßig die Erde unter den Zimmerblumen und beobachten Sie den Zustand der Pflanzen. Wenn Trauermücken oder andere Insekten auftreten, behandeln Sie die Erde und reduzieren Sie das Gießen.


