Zauberei, anders kann man es nicht nennen. Wie man in einer Sekunde einen Faden in eine Nadel einfädelt.

Jeder Mensch musste schon einmal einen Faden in eine Nadel einfädeln. In der Schule im Werkunterricht hat man uns beigebracht, dass man einen weißen Hintergrund verwenden soll, wenn der Faden schwarz ist, und einen dunklen Hintergrund, wenn er weiß ist. Darauf kann man das Nadelöhr gut erkennen und mit einem kontrastierenden Faden hineintreffen. Dabei muss das aufgefaserte Ende mit einer scharf geschliffenen Schere abgeschnitten werden. Lange Zeit halfen mir die Tipps des Werklehrers, diese einfache Aufgabe zu lösen. Aber mit den Jahren ließ meine Sehkraft nach und ich begann einen Lifehack anzuwenden, den mir meine Nichte gezeigt hat.

Einfädeln eines Fadens in eine Nadel

Magie: Der Faden geht von selbst in das Nadelöhr

Wenn man schon mehrere Minuten unermüdlich mit dem Fadenende auf die Nadel sticht, und er sich immer wieder zusammenzieht und aufsplittert, einem aus den Händen gleitet, dann fängt das an zu nerven.

An einem Wintertag kam meine Nichte zu Besuch. In der Nacht war der erste flauschige und dicke Schnee gefallen, und die Kinder gingen Schlitten fahren, mit Tubing, Schneerutschen und allem, was sie hatten. Und so kam es, dass meine Nichte ihre Hose zerriss. Der Hügel war ganz in der Nähe meines Hauses, also wandte sie sich hilfesuchend an mich. Das Loch war beträchtlich.

Faden und Nadel

Mit so einer Hose kann ein heranwachsendes Mädchen nicht auf der Straße herumlaufen. Ohne langes Überlegen habe ich Lisaweta einen Tee gemacht, Kekse hingestellt und mich selbst zum Nähen hingesetzt. Ganze 5 Minuten versuchte ich, den Faden einzufädeln. Ich nahm schon ein weißes Blatt Papier, schnitt 10 Mal das aufgefaserte Ende ab. Erfolglos. Und da sagt meine Nichte: „Warum quälen Sie sich so? Sehen Sie, wie man in einer Sekunde den Faden in die Nadel bekommt.“ Und dann geschah Magie.

Meine Nichte legte das Fädchen auf ihre Handfläche, rieb das Nädelchen daran, und im Nu war es im Öhr. Mir schien, sie hätte das sogar ohne hinzusehen gemacht. Die Neugierde brachte mich fast um, und ich bat sie, ihren Trick noch einmal zu zeigen, aber langsam.

Handfläche mit Faden und Nadel

Ich erkläre es im Detail:

  1. Der Faden wird etwa 10 Zentimeter abgewickelt.
  2. Er wird auf die Handfläche gelegt und mit dem Daumen festgehalten. Er sollte gerade liegen, aber ohne Spannung.
  3. Die Nadel wird in die andere Hand genommen und mit dem Öhr an das Fädchen gelegt.
  4. Ein paar Bewegungen mit dem Öhr am Faden entlang, und im Inneren erscheint eine kleine Schlaufe.
  5. Jetzt nur noch die Schlaufe mit den Fingern durchziehen, und voilà, man kann nähen.

Der Faden geht von selbst in das Nadelöhr

Nachteil dieser Methode

Ich sage die Wahrheit – als ich versuchte, den Trick nachzumachen, gelang es mir nicht. Ich unternahm mehrere Versuche. Erst beim zehnten Mal klappte es. Das Geheimnis der Methode liegt in einem leichten und gleichmäßigen Druck, nicht in schnellem Reiben. Außerdem müssen die Hände unbedingt trocken sein, und die Nadel sollte an den festen Teil der Handfläche nahe den Fingern angelegt werden. Nun zum Nachteil der Methode:

Sie funktioniert nur mit Nadeln mit einem großen Öhr.

Es ist sinnlos, mit einer Sticknadel zu üben. Ich habe viel Zeit investiert, und das Ergebnis ist gleich null. Außerdem habe ich bemerkt, dass der Trick besser mit Baumwollfäden funktioniert; Polyesterfäden sind zu rutschig für ihn.

Weitere einfache Methoden, um den Faden einzufädeln

Wenn das Nadelöhr sehr klein ist, wende ich andere Tricks an:

  • Trockene Seife. Ich reibe das Fadenende mit Seife ein und drehe es zwischen den Fingern. Die Spitze wird spitz und fest. Sie franst nicht mehr aus und kräuselt sich nicht, sodass sie sich leicht in die Nadel einfädeln lässt.Nadel mit Faden und Seife
  • Paraffin, PVA-Kleber. Anstelle von Seife kann die Spitze mit einem kleinen Klecks Kleber bestrichen oder in geschmolzenes Kerzenwachs getaucht werden. Dies ist für stark fusselige Fäden.Paraffin für Fäden
  • Angelschnur. Wenn ich einen dicken Faden zum Nähen verwenden muss, der nur schwer durch das Nadelöhr passt, nehme ich eine dünne Angelschnur für Perlen. Ich lege sie um den dicken Faden doppelt, führe die Enden voran durch die Nadel und ziehe die Schnur vollständig heraus. Der dicke Faden geht nun durch das Öhr. Danach kann die Schnur entfernt werden.Angelschnur für Perlen

Die „magische“ Methode zum Einfädeln war für mich eine Offenbarung. Jetzt benutze ich sie immer, wenn ich etwas stopfen oder säumen muss. Es ist nichts Kompliziertes daran, man muss nur ein wenig üben. Danach braucht man nicht mehr genau hinzusehen, am Fadenende zu kauen oder es abzuschneiden. Meine geschwächten Nerven und Augen haben sich bedankt. Ich musste lediglich auf Nadeln mit größeren Öhren umsteigen. Diese gibt es auch in dünn, mittel und dick. Man kann sie für Stoffe jeder Dicke wählen. Daher empfehle ich diese Methode allen.

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