5 Gründe, warum Äpfel unreif vom Apfelbaum fallen
Der Apfelbaum wächst in fast jedem russischen Garten. Der Anbau des Obstbaums scheint einfach und kostengünstig. Daher machen sich viele nicht die Mühe, sich mit den Regeln der Agrartechnik und den Besonderheiten des Fruchtansatzes vertraut zu machen. Daher stellt sich oft die Frage: Warum fallen Äpfel vom Apfelbaum? Dafür gibt es mehrere Gründe.

Natürlicher Selbstreinigungsprozess
Zunächst sollte man sagen, dass der Abfall eines Teils der Früchte für alle Obstbäume charakteristisch ist – Apfel, Birne, Aprikose, Kirsche usw. Die gefallenen Äpfel nennt man Fallobst. Bei genauer Betrachtung der Früchte können alle möglichen Mängel festgestellt werden: Dellen, Verkrümmungen, Krankheitssymptome, Wurmbefall.
An der Pflanze bildet sich stets eine übermäßige Anzahl von Blütenknospen. Die Natur sichert sich für den Fall einer ungünstigen Bestäubung, starken Windes, Hagels oder Schädlingsbefalls ab. In einer bestimmten Phase wird der Überschuss abgeworfen.
Das Abwerfen des „Überschusses“ erfolgt in drei Phasen:
- Im Mai, direkt nach der Blüte, fällt ein beträchtlicher Teil der Fruchtansätze ab. Dies geschieht aufgrund geringer Befruchtung und Erfrierens der Zweige.
- Die nächste Phase des Fruchtansatz-Abfalls wird im Juni beobachtet. In dieser Zeit wirft der Apfelbaum Früchte ab, zu deren Reifung ihm die Kraft fehlt. In der Regel fallen die schwächsten, defekten Äpfelchen. Manchmal erfolgt der Abfall in 2–3 Wellen.
- Der letzte massive Fruchtabfall geschieht in der Zeit vor der Ernte: bei Sommersorten – im Juli-August, bei Herbstsorten – im August-September, bei Wintersorten – im September-Oktober. Auf die Natürlichkeit der Ursachen des Apfelfalls weist die Größe des Fallobsts, der für die Sorte typische Geschmack und die Farbe sowie die dunkle Färbung der Kerne hin.
Bei einigen Apfelsorten hängen die Äpfel bei der Reife nicht an den Zweigen, sondern fallen sofort ab („Majak“, „Desertnoje Isajewa“, „Gruschowka Moskowskaja“, „Solnzedar“, „Mantet“). Daher werden die Früchte unreif geerntet.
Der Abfall defekter, unreifer Äpfel ist von Vorteil: Die verbleibenden Früchte erhalten mehr Nährstoffe, wachsen groß, schön und schmackhaft heran.
Unzureichende Bestäubung
Im Juni ist der Abfall der Äpfel am stärksten. Dennoch wirft der Baum manchmal fast alle Früchte ab. Die Ursache für dieses Phänomen liegt in einer schlechten Bestäubung.
Gefallene unreife Äpfel ohne Kerne sind ein Zeichen dafür, dass die Blüten nicht bestäubt wurden.
Um dieses Problem zu vermeiden, pflanzt man im Apfelgarten Sorten für die Fremdbestäubung oder veredelt die Kronen bestehender Bäume.
Wenn vorbeugende Maßnahmen zu spät ergriffen werden, verwendet man zur Rettung der Ernte die Präparate „Sasjas“ und „Buton“. Sie stimulieren das Fruchtwachstum aus unbestäubten Blüten.
Mangel an Feuchtigkeit und Nährstoffen
Oft hört man auf, Obstbäume regelmäßig zu gießen und zu düngen, wenn sie eine große Höhe erreichen. Das ist ein großer Fehler. Nach 5–7 Jahren verarmt die Bodenbeschaffenheit. Und in trockenen Jahren reichen die natürlichen Niederschläge nicht aus, um die großen Pflanzen zu versorgen.
Apfelbäume können Nährstoffe nur aus feuchtem Boden aufnehmen. Wenn die Erde in 30 cm Tiefe krümelig ist, leidet der Baum und beginnt, Früchte und dann Blätter abzuwerfen.
Besonders wichtig ist es, ein Austrocknen des Bodens vor der Blüte, während der Fruchtbildung und im Herbst vor dem Frost zu vermeiden. Der Boden wird bis in eine Tiefe von 80 cm befeuchtet. Dazu wird jeder Baum mit 6–8 Eimern Wasser gegossen.
Damit ein Apfelbaum gut wächst und Früchte trägt, muss er auch gedüngt werden.
Es gibt zwei Methoden der Düngung:
- langfristig (für 5–7 Jahre);
- kurzfristig.
Im ersten Fall werden am Rand des Baumstammkreises 10–12 Löcher mit einer Tiefe von genau 40 cm ausgehoben und in jedes 0,5 kg Superphosphat und Kaliumsulfat sowie eine Handvoll Spurenelementdünger eingebracht. Der Boden muss danach nicht gegossen werden.
Im zweiten Fall werden mit einem Spaten am Rand schlitzförmige Öffnungen in der Tiefe eines Spatenblatts gemacht und flüssige Düngemittel hineingegossen. Am besten verwendet man Volldünger. Während der Fruchtbildung benötigen die Bäume Kalium und Phosphor.
Die Saugwurzeln des Apfelbaums befinden sich in der Kronenprojektion. Daher sollte man ihn nicht im Baumstammkreis, sondern in einem Abstand von 1–3 m düngen und gießen.
Schädlinge und Krankheiten
Die größten Feinde des Apfelbaums sind der Apfelwickler, die Blattwespe und die Fruchtfäule. Sie verursachen Schäden an den Früchten, sodass diese bereits im Juli grün abfallen.
Hauptsymptome des Befalls:
- wurmstichige Gänge;
- angefressene Samen und Kot in der Samenkammer;
- braune, weiche, runde Flecken.
Um Fruchtfäule zu vermeiden, wird im zeitigen Frühjahr ein Pflegeschnitt und eine Behandlung mit Bordeauxbrühe durchgeführt. Während der Fruchtreife werden befallene Früchte rechtzeitig entfernt. Andernfalls greift die Fäule auf gesunde Äpfel über.
Gegen Raupen kann man auf verschiedene Weise vorgehen:
- Fallen aufstellen. Während der Aktivitätszeit der Falter werden an den Zweigen von Apfelbäumen und anderen Obstbäumen Blechdöschen oder Plastikfläschchen mit vergorenem Saft (Marmelade) aufgehängt. Alle paar Tage werden die Fallen gereinigt und mit einer neuen Portion Köder gefüllt. Zum Schutz eines Baumes reichen 2–3 Fallen aus.
- Einen Leimring um den Baum legen. Auf die Rückseite von Wellpappe wird eine dicke Schicht Maschinenöl aufgetragen und am Stamm befestigt. Die Ringe werden regelmäßig kontrolliert und die Schädlinge entfernt.
- Die Bodenfläche unter dem Apfelbaum mit schwarzem Spandbond abdecken. Am Ende ihrer Fraßphase nagen die Apfelwickler durch die Apfelschale und fallen zu Boden, um sich zu verpuppen und eine neue Generation hervorzubringen. Das Vlies behindert ihre Pläne und macht sie für Vögel sichtbar. Außerdem verlangsamt Spandbond die Verdunstung von Feuchtigkeit und das Wachstum von Unkraut.
Während der Fruchtbildung dürfen keine chemischen Insektizide und Fungizide eingesetzt werden. Gegen Schädlinge und Krankheiten des Apfelbaums können nur mechanische und natürliche Methoden angewendet werden.
Überalterung
Ältere Baumäste sind nicht mehr so elastisch und saftig wie junge. Oft sind sie nicht mehr in der Lage, die Früchte ausreichend zu versorgen.
Äste mit einem jährlichen Zuwachs von weniger als 15 cm lassen die Äpfel vorzeitig zu Boden fallen.
Um Ertragseinbußen zu vermeiden, müssen die Apfelbäume verjüngt werden. Die Äste werden jährlich zurückgeschnitten.
Fragen und Antworten
Wie schadet Fallobst den Apfelbäumen?
Herabgefallene Äpfel werden schnell von Schädlingen und Krankheiten befallen. Diese Brutstätte ist gefährlich für alle umliegenden Pflanzen, insbesondere für Apfelbäume. Das Fallobst wird abends eingesammelt und verarbeitet oder außerhalb des Gartens vergraben.
Welche Mittel helfen, das Abfallen der Äpfel zu stoppen?
Erst vor relativ kurzer Zeit gelang es Wissenschaftlern, die für das Abfallen der Äpfel verantwortlichen chemischen Elemente zu identifizieren. Es handelt sich um die Wachstumsregulatoren Auxine, die von den Kernen produziert werden, und Ethylen. Wenn die Produktion von Auxin aufhört und die Ethylenkonzentration steigt, bildet sich am Fruchtstiel eine Trennschicht, und die Frucht fällt ab.
Um das Abfallen der Äpfel bei normaler Belastung des Baumes zu verhindern, wird eine Behandlung mit Auxin-Präparaten durchgeführt, z. B. mit „Obstaktin“.
Jeder isst gerne reife Früchte und erntet große Erträge. Doch damit die Pflanzen gut gedeihen, brauchen sie Pflege. Große Apfelbäume benötigen Schnitte, Düngung und Bewässerung. Werden Schädlinge oder Anzeichen von Krankheiten entdeckt, müssen sofort Maßnahmen ergriffen werden. Dabei darf man es mit dem Gießen und Düngen nicht übertreiben. Überschüssige Feuchtigkeit führt zur Wurzelfäule, sodass der Apfelbaum nicht mehr genügend Nährstoffe aufnehmen kann. Auch mit Stickstoffdünger sollte man vorsichtig sein: Sie fördern das verstärkte Wachstum der grünen Masse zu Lasten der Fruchtreife. Bei richtiger Pflege des Apfelbaums fallen nur überschüssige grüne Äpfel ab, und der Ertrag bleibt hoch.






