Wie man selbst einen Spiegel zuschneidet, wenn man kein Glaser ist?

Spiegel werden im Innenraum nicht nur benötigt, um sich darin zu betrachten. Zur Erzeugung verschiedener optischer Illusionen können reflektierende Flächen in Blöcken an Wänden, unter der Decke, neben Wandlampen oder sogar als Küchenrückwände angebracht werden. Aber das Problem: Sich ein Team von Profis für eine designerische Renovierung zu engagieren, ist heutzutage nicht für jeden erschwinglich. Daher haben Heimwerker eine logische Frage: Was tun, wenn man einen Spiegel selbst zuschneiden muss? Der Autor der Website sauberkeit.decorexpro.com hat sich mit dieser Frage befasst.

Glasschneider

Was sollte man für die Arbeit vorbereiten?

Bevor man damit beginnt, einen Spiegel für das heimische Interieur zu schneiden, ist es wichtig, sicherzustellen, dass alles Notwendige griffbereit ist. Dazu gehören Werkzeuge, Zubehör, Gegenstände zum Aufräumen und auch zur Einhaltung der Arbeitssicherheit, denn bei der Arbeit mit Glas muss Vorsicht an erster Stelle stehen.

Für die Arbeit benötigen Sie:

  • den Spiegel selbst;
  • Glasschneider;
  • eine ebene, glatte Oberfläche (breiter Tisch oder große Spanplatte);
  • ein langes, dickes Lineal (ca. 8 mm dick);
  • ein Stofftuch (z. B. ein Bettlaken oder eine alte Tischdecke);
  • Kombizange mit Gummi-Auflagen;
  • ein kleiner Hammer;
  • ein Maßband;
  • feines Schmirgelpapier;
  • eine Schüssel oder ein Waschbecken mit Wasser;
  • ein Lappen;
  • Soda und Alkohol;
  • Bleistift, Kreide oder Marker zum Markieren des Glases.

Zum Schutz von Händen und Augen sollte man vorbereiten:

  • dicke Stoffhandschuhe (um sich nicht in die Finger zu schneiden);
  • Pflaster für zusätzlichen Schutz der Finger;
  • Schutzbrille (Baubrille, Fahrradbrille oder jede andere).

Schneiden eines Spiegels mit einem Glasschneider

Mit welchem Glasschneider arbeitet man?

Für einen Laien macht es keinen Unterschied, welche Glasschneider es gibt, daher werden oft die günstigsten „für einmal“ gekauft. Das ist jedoch nicht immer gerechtfertigt.

Um einen Spiegel zuzuschneiden, kann man verschiedene Arten von Glasschneidern verwenden. Die gängigsten sind der Rollglasschneider und der Diamantglasschneider. Letzterer ist viel teurer, dafür arbeitet man aber wesentlich leichter damit, benötigt weniger Kraft, die Schnittqualität ist viel höher und die Menge an Bruch und Abfall geringer.

Optimal ist es natürlich, einen Spiegel mit einem Diamantglasschneider zu schneiden. Besonders wenn die Arbeit recht fein und präzise ist oder ein großes Volumen ansteht. In die Fassung eines solchen Glasschneiders ist eine Diamantspitze eingesetzt (daher auch der Name), die einen spitzen und einen stumpfen Winkel hat. Beim Schneiden ist es wichtig, den spitzen Winkel vorwärts zu bewegen, dann gleitet das Werkzeug frei über die Oberfläche, ohne über kleinste Unebenheiten zu „stolpern“. Wenn man mit dem stumpfen Winkel schneidet, springt das Korn des Glasschneiders entweder aus seiner Fassung oder „kommt vom Kurs ab“. Um einen gleichmäßigen Neigungswinkel des Werkzeugs bei der Arbeit einzuhalten, ist es wichtig, die Markierung auf der Fassung des Glasschneiders immer zum Lineal hin auszurichten.

Ein Rollglasschneider hält die Linie schlechter, und für einen qualitativ hochwertigen Schnitt muss viel mehr Kraft aufgewendet werden. Um das Gleiten eines solchen Werkzeugs auf der Oberfläche zu erleichtern, kann die zukünftige Schnittlinie mit Terpentin eingeölt werden, z.B. mit einem kleinen Schülerpinsel.

Tipp

Bevor Sie mit dem Schneiden wichtiger, 'sauberer' Spiegelbereiche beginnen, üben Sie gründlich an unnötigen Glasstücken. Dann wird die Hand sicherer und die Linien werden gerader.

Markieren des Spiegels vor dem Schneiden

Was muss man vor dem Schneiden wissen?

Um den Spiegel nicht zu beschädigen, besonders wenn Sie noch keine Erfahrung mit einem Glasschneider haben, sollten Sie die allgemeinen Regeln für solche Arbeiten und dann Schritt für Schritt den Prozess selbst studieren.

Also, was müssen Sie wissen, bevor Sie Spiegel und Glasschneider in die Hand nehmen?

  • Das Werkzeug muss im rechten Winkel gehalten werden. Nur eine geringe Abweichung ist zulässig.
  • Der Neigungswinkel darf nicht geändert werden! Sonst lassen sich die abgeschnittenen Teile später nicht gleichmäßig und sauber trennen.
  • Der Schnitt sollte mit einer einzigen präzisen, durchgehenden, scharfen Bewegung ausgeführt werden.
  • Der Druck darf nicht geändert werden, außer an den Kanten: etwa 5 mm vor der Kante wird der Druck verringert, damit das Werkzeug nicht abrutscht und keine Ausbrüche entstehen.
  • Es wird immer vom hinteren Rand zum Körper hin geschnitten.
  • Es wird immer auf der Vorderseite geschnitten (nicht dort, wo das Amalgam aufgetragen ist).
  • Eine dünne, weißliche Spur beim Arbeiten mit einem Rollglasschneider bedeutet, dass der Einschnitt nicht tief genug ist. Ein korrekter Einschnitt hat eine dunkle Farbe.
  • Ein Diamantwerkzeug hinterlässt immer eine weiße Spur.
  • Der Spiegel sollte mit einem dicken Lineal geschnitten werden. Damit es nicht auf der Oberfläche verrutscht, werden Gummistücke (z.B. von einem Fahrradreifen) auf seiner Unterseite befestigt.

Tipp

Versuchen Sie nicht, einen missglückten Einschnitt zu vertiefen. Es ist unmöglich, über die gesamte Länge genau der bereits gezogenen Linie zu folgen, und wiederholte Bewegungen beschädigen den Spiegel nur, sodass er weggeworfen werden muss (oder ein kleineres Teil abgeschnitten werden muss). Deshalb ist es wichtig, vorher an alten Glasscheiben zu üben.

Schneiden des Spiegels

Technologie der Ausführung

Auf den ersten Blick scheint die Arbeit äußerst schwierig. Wenn man sie jedoch in der festgelegten Reihenfolge, mit Sorgfalt und unter Beachtung der Sicherheitsmaßnahmen ausführt, wird das Ergebnis erfreuen.

Der Spiegel wird wie folgt geschnitten.

  1. Legen Sie ein Tuch auf die Arbeitsfläche, um den Spiegel beim Andrücken zu schützen.
  2. Reinigen Sie die Spiegeloberfläche zuerst mit einer Sodalösung, dann mit Alkohol. Andernfalls führen Fettpartikel (z.B. an Stellen von Fingerabdrücken) oder Staub zum Verrutschen des Glasschneiders, besonders wenn es ein Rollschneider ist.
  3. Zeichnen Sie eine Markierungslinie. Sie sollte der Bewegungslinie des Glasschneiders entsprechen (also tatsächlich etwa 2 mm von der wahren Position des zukünftigen Einschnitts entfernt sein).
  4. Ein unerfahrener Schneider sollte sicherstellen, dass sein Werkzeug sehr scharf ist, sonst ist die Wahrscheinlichkeit eines Misserfolgs groß.
  5. Als nächstes muss der Schnitt selbst durchgeführt werden – nach den oben genannten Regeln.
  6. Legen Sie nun den Spiegel so, dass der Ritz leicht über die Tischkante hinausragt. Drücken Sie ihn mit einer Hand fest und brechen Sie das abgetrennte Stück mit der anderen Hand mit einer schnellen Bewegung nach unten ab (brechen Sie in die entgegengesetzte Richtung des Ritzes).
  7. Sollte dieser „Trick“ nicht gelingen, hilft ein Hammer. Klopfen Sie damit vorsichtig von der entfernten Kante aus die Schnittlinie von unten entlang und wiederholen Sie dann das Abbrechen.
  8. Wenn die Breite des abzutrennenden Teils gering und nicht ausreicht, um das Stück sicher mit der Hand zu greifen und abzubrechen, können Sie die Rillen des Glasschneiders nutzen, um das benötigte Stück damit zu fassen. Alternativ verwenden Sie eine Kombizange mit Gummi-Auflagen. Sind diese nicht im Haus vorhanden, können Sie die Backen einer normalen Flachzange mit Gummischläuchen überziehen oder mit mehreren Lagen Isolierband oder Pflaster umwickeln.
  9. Die entstandenen Schnittkanten müssen sorgfältig mit Schleifpapier geglättet werden.

Wenn Sie die oben genannten Ratschläge befolgen, kann selbst ein unerfahrener Anfänger einen Spiegel mit einem Glasschneider zuschneiden. Die Hauptsache ist, Sorgfalt und Geduld zu zeigen.

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