Wie man eine unsichtbare Naht von Hand macht – 4 Methoden
Handnähte bilden die Grundlage der Nähkunst. Selbst mit moderner Technik kommt man manchmal nicht ohne sie aus. Heute erklären wir Ihnen, wie man einen unsichtbaren Stich (auch als verdeckten Stich bezeichnet) macht. Mit ihm können Sie unauffällig ein Loch zunähen, Hosen säumen, Kanten von Kleidungsstücken zusammennähen und weitere Arbeiten durchführen.

Unsichtbarer Stich Nr. 1 – 'Leiterstich'
Die erste Variante des verdeckten Stichs wird von Liebhabern allerlei Life-Hacks geschätzt. Das liegt an seiner Schnelligkeit und Vielseitigkeit.
Der Leiterstich ist unverzichtbar in folgenden Situationen:
- ein Kleidungsstück ist an der Naht gerissen;
- Teile eines Kleidungsstücks müssen zusammengenäht werden;
- ein Futter an eine Jacke nähen;
- ein Plüschtier, einen Gürtel oder ein anderes Teil zusammennähen, das durch eine Öffnung gewendet wird.
Den Stich Schritt für Schritt ausführen:
- Zuerst bügeln wir die Nahtzugaben auf die linke Seite. Wir nähen, indem wir die Nadel mit Faden genau in die Falte einführen.
- Fädeln Sie einen Nähfaden in der Farbe des Stoffes ein und machen Sie einen Knoten am Ende.
- Führen Sie die Nadel mit dem Faden unter die Nahtzugabe und ziehen Sie sie am Rand des zu verbindenden Teils auf der rechten Seite heraus. Der Knoten verschwindet dabei in der Falte.
- Stechen Sie die Nadel in den Rand des zweiten Teils gegenüber dem ersten Einstich. Machen Sie unter der Falte, auf der linken Seite, einen kleinen Stich (0,5 cm).
- Durchstechen Sie die gegenüberliegende Seite. Die Nadel sollte genau in die Kante der Falte einstechen. Die Einstiche liegen einander gegenüber. Führen Sie einen Stich von 0,5 cm unter der Nahtzugabe aus.
- Wiederholen Sie den Vorgang, bis Sie 4–5 Stiche gemacht haben.
- Ziehen Sie langsam am Faden, um die Stoffkanten zusammenzuziehen.
- Nähen Sie auf die gleiche Weise bis zum Ende der Falten weiter.
- Sichern Sie den Faden mit einem Knoten und schneiden Sie ihn ab.
Ein anschauliches Beispiel, wie der unsichtbare Stich ausgeführt wird:
Von einer Maschinennaht nicht zu unterscheiden!
Videoanleitung:
Unsichtbarer Stich Nr. 2 – 'Notfallstich'
Der zweite verdeckte Stich kann in einer unvorhergesehenen Situation helfen. Zum Beispiel, wenn ein Loch direkt vor einer wichtigen Veranstaltung entstanden ist und keine Zeit für die Reparatur bleibt. Sie können es mit einem unsichtbaren Stich direkt an sich selbst nähen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Fädeln Sie einen farblich passenden Faden in das Nadelöhr ein. Machen Sie einen Knoten am Ende des Fadens.
- Führen Sie die Nadel durch das Loch. Ziehen Sie sie am Rand des Lochs heraus und lassen Sie den Knoten auf der Innenseite.
- Haken Sie mit der Nadel ein paar Fäden des Stoffes auf einer Seite des Lochs ein, dann auf der anderen Seite.
- Ziehen Sie den Faden an.
- Gehen Sie einige Millimeter weiter und haken Sie den Stoff an den Rändern des Lochs wieder ein, ziehen Sie ihn zusammen.
- Fahren Sie fort, bis das Loch vollständig genäht ist.
- Machen Sie einen Knoten und schneiden Sie den Faden ab.
Das Foto zeigt deutlich, wie der 'Notfall'-verdeckte Stich ausgeführt wird.
Im Meisterkurs wird ein kontrastfarbener Faden verwendet, damit der Betrachter die Details des Prozesses erkennen kann. Wenn Sie ihn in der Farbe des Kleidungsstücks wählen, wird die Naht weniger sichtbar.
Unsichtbare Naht Nr. 3 – „Saumnaht“
Die Bezeichnung verrät bereits den Zweck dieser Naht. Sie wird verwendet, wenn Sie die Länge von Hosen oder Ärmeln von Hand kürzen möchten. Dabei wird der überschüssige Stoff nicht abgeschnitten, sondern umgeschlagen. Auf diese Weise können Sie auch einen Tunnelzug nähen und ein Gummiband einziehen, zum Beispiel um ein Kleid in der Taille enger zu machen.
Die unsichtbare Saumnaht sieht wie folgt aus:
Der Unterschied zur klassischen Saumtechnik ist offensichtlich:
So säumen Sie Hosenbeine Schritt für Schritt:
- Messen Sie die gewünschte Hosenlänge und markieren Sie diese mit Seife.
- Schlagen Sie den überschüssigen Stoff 1–2 mal auf die linke Seite um und fixieren Sie ihn mit Stecknadeln.
- Nehmen Sie einen Faden in der Farbe der Hose, fädeln Sie ihn in die Nadel ein und machen Sie einen Knoten am Ende.
- Führen Sie die Nadel unter den umgeschlagenen Stoff. Machen Sie einen Stich von 0,7 cm innerhalb des Stoffes und stechen Sie durch die Kante der Falte nach außen.
- Fassen Sie 1–3 Fäden des Stoffes, auf den der Saum genäht wird.
- Stechen Sie an der Stelle, aus der der Faden kommt, wieder in die Falte ein. Machen Sie einen Stich von 0,7 cm.
- Fassen Sie 1–3 Fäden des Stoffes unter dem Saum und führen Sie die Nadel zurück zur Kante der Falte. Machen Sie einen Stich.
- Nähen Sie auf die gleiche Weise weiter. Ziehen Sie den Faden nicht zu fest an, damit der Stoff nicht wellig wird.
Videoanleitung:
Unsichtbare Naht Nr. 4 – für Strick- und Wirkwaren
Niemand ist vor einem Loch im Pullover gefeit. Viele wissen, dass solche Löcher dazu neigen, schnell größer zu werden. Um das zu verhindern, sollte man das Kleidungsstück richtig reparieren. Für Strick- und Wirkwaren gibt es eine eigene unsichtbare Naht.
Beachten Sie die folgende Skizze:
Arbeitsablauf:
- Zuerst müssen Sie die gerissenen Fäden finden und sie auf die linke Seite ziehen.
- Dann nehmen Sie einen Faden in der Farbe des Kleidungsstücks und fädeln ihn in eine Nadel ein.
- Verknoten Sie das Ende des Fadens mit dem Ende des gerissenen Fadens.
- Führen Sie die Nadel auf die rechte Seite. Fädeln Sie sie durch die beiden oberen, dann durch die beiden unteren Maschen (siehe Skizze).
- Stoppen Sie weiter, bis alle Maschen gesichert sind.
- Gehen Sie auf die linke Seite. Verknoten Sie den Faden mit dem zweiten gerissenen Ende.
- Fertig!
Bei feiner Strickart können Sie eine Lupe verwenden.
Ein anschauliches Beispiel, wie man ein Loch in Strick- und Wirkwaren richtig zunäht:
Fragen und Antworten
Warum kann eine unsichtbare Naht unordentlich und schief werden?
Das passiert, wenn man es zu eilig hat. Achten Sie darauf, die Nahtzugaben zu bügeln. Die Falten sollten mit der Maschinennaht abschließen. Machen Sie anschließend kleine Stiche. Diese sollten auf einer Linie liegen. Auch die Wahl der richtigen Nadel und des richtigen Fadens ist wichtig.
Wie wählt man den richtigen Faden und die richtige Nadel für eine verdeckte Naht?
Faden und Nadel sollten dünner sein als der Stoff. Die Nadel sollte scharf sein und einzelne Fäden fassen können. Der Faden sollte reißfest und nicht verdrillt sein. Die Farbe sollte transparent oder die des Kleidungsstücks sein. Eine unsichtbare Naht wird nur mit einem einfachen Faden ausgeführt!
Wie macht man eine unsichtbare Naht ohne Nadel und Faden?
Diese Reparaturmethode wird als Notlösung bei kleinen Schnitten und Löchern im Stoff angewendet. Dafür wird ein spezielles Klebeband in der Farbe des Kleidungsstücks gekauft. Daraus wird ein Flicken ausgeschnitten und auf der Innenseite angebracht. Die Reparaturstelle wird mit einem Tuch abgedeckt und leicht mit Wasser befeuchtet. Der letzte Schritt ist das Aufbügeln des Flickens mit einem heißen Bügeleisen.
Ein unsichtbarer Stich kann sowohl von Hand als auch mit der Nähmaschine ausgeführt werden. Im Alltag ist die erste Variante gefragter. Mit der Hand lässt sich ein Loch viel schneller zunähen. Wenn Sie diese einfache Technik beherrschen, können Sie Hosen kürzen, eine aufgegangene Naht reparieren, ein Loch unsichtbar flicken, eine Tilda-Puppe oder ein Kissen nähen. Wenn die Stiche klein und sauber sind, wird die Naht tatsächlich unsichtbar.






nichts Kompliziertes, wenn man mit Nadel und Faden umgehen kann.
Ziemlich einfache Methoden. Am häufigsten verwende ich die «Leiter». Eine sehr praktische Methode.
Und wie näht man es, sodass weder der Flicken noch die Naht sichtbar sind?