Florarium für Anfänger: Wie macht man es und welche Pflanzen wählt man aus?

Ein Florarium kann man als Miniatur-Gewächshaus bezeichnen. Heutzutage sind Kompositionen aus lebenden Pflanzen in einem Glasbehälter äußerst beliebt. Ein schön gestaltetes Florarium kann jedes Interieur verschönern und ihm eine persönliche Note verleihen. Form und Größe des Behälters können variieren, aber die Art der Konstruktion bestimmt, welche Pflanzen darin gezüchtet werden können. Ein Florarium lässt sich ohne besondere Kenntnisse problemlos zu Hause herstellen.

Florarien verschiedener Arten

Arten von Florarien

Vor der Erstellung eines Florariums muss man sich zunächst über die Größe der Komposition und ihren Standort im Klaren sein.

Florarien können sein:

  • auf dem Tisch stehend;
  • auf dem Boden stehend;
  • hängend;
  • eingebaut.

Nach dem Funktionsprinzip werden Minigewächshäuser in zwei Typen unterteilt – offene und geschlossene.

Mann mit geschlossenem Florarium

In einem klassischen geschlossenen Florarium ist die Luft von der Raumluft isoliert. Dadurch entstehen im Inneren günstige Bedingungen für Pflanzen mit optimaler Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Manchmal werden in isolierten Gefäßen Trockengärten angelegt, die kein Gießen benötigen.

Florarium aus Sechsecken

Offene Florarien sind etwas weiter verbreitet. In diesem Fall werden Pflanzenkompositionen in einem Aquarium, einem Glas oder einem anderen Gefäß angelegt. Die Pflanzen befinden sich am Boden, ohne das Behältnis zu überragen; sie können in Gruppen oder einzeln gepflanzt werden.

Geometrisches Florarium mit Sukkulenten

Wie stellt man ein Florarium selbst her?

Hat man sich für eine Art von Florarium entschieden, kann man mit der Herstellung beginnen. Man kann ein fertiges Gefäß nehmen und es einfach mit den ausgewählten Pflanzen befüllen. Der Minigarten wird in einem runden oder rechteckigen Aquarium, einem Behälter für ein künstliches Gewässer, einer Glasflasche oder einem Glasgefäß ungewöhnlicher Form, einer transparenten Vase oder einer Teekanne aus Glas angelegt. Wenn man eine originelle Konstruktion schaffen möchte, kann man das Gefäß auch selbst herstellen.

Geometrisches Florarium selbst gemacht

Heutzutage sind Florarien in geometrischer Form im Trend. Man kann sie im Internet bestellen oder, um Geld zu sparen, selbst anfertigen. Als Material eignet sich gewöhnliches Fensterglas oder Rahmenglas (dünneres Glas).

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Herstellung eines geometrischen Florariums:

  1. Schablonen in der gewünschten Form und Größe anfertigen, nach denen die Glasvielecke ausgeschnitten werden. Meistens wird eine fünfeckige Form verwendet.
  2. Die Teile nach den Schablonen ausschneiden. Man kann sich an eine nahegelegene Werkstatt wenden, die Glasschneiden anbietet.
  3. Die Kanten der Zuschnitte mit Kupferband bekleben, dabei vorsichtig vorgehen.
  4. Führen Sie die Montage durch, indem Sie die Teile miteinander verlöten.
  5. Patieren Sie die Nähte und verwenden Sie zum Dekorieren Patina in Gold, Schwarz oder Silber.

Eine einfachere Herstellungsvariante sieht den Austausch von Glas durch Kunststoff vor. Anstelle des Lötens wird hier Sekundenkleber verwendet. Die Teile werden zunächst mit Klebeband fixiert und dann vorsichtig zusammengeklebt. Die Nähte können mit farbigem Lack verziert werden.

Im Internet finden Sie leicht Videos mit Meisterkursen zur eigenen Herstellung eines geometrischen Flurariums. Solch ein Minigarten ist in der Regel offen, was die Pflanzenpflege vereinfacht.

Herstellung eines geschlossenen Flurariums

In einem geschlossenen Flurarium benötigen die Pflanzen keinerlei Pflege, jedoch gibt es hier eigene Herausforderungen. Bei der Herstellung einer luftdichten Konstruktion ist es sehr schwierig, die Anzahl der Pflanzen und andere Parameter zu berechnen, die es dem geschlossenen Ökosystem ermöglichen, lange Zeit ohne äußere Einflüsse zu bestehen. Daher erlischt das Leben in versiegelten Gefäßen oft schnell. Diese Variante ist für Anfänger wenig geeignet.

Ein Flurarium kann einen abnehmbaren Deckel haben oder ein Tablett aus Glas mit einer transparenten Kuppel darstellen. Ein solcher Minigarten wird gelegentlich mit einer winzigen Menge Feuchtigkeit befeuchtet.

Geschlossene Flurarien

Originell wirkt im Innenraum ein Flurarium mit Sukkulenten, das als Couchtisch mit einer Glasplatte gestaltet ist. Am besten baut man die Konstruktion aus Nadelholz, das leicht ist, phytonzide Eigenschaften hat und sich gut bearbeiten lässt.

Benötigt werden Bretter mit einer Stärke von 25–30 mm sowie Hölzer in der benötigten Größe für die Tischbeine. Die Funktion der Tischplatte übernimmt Acrylglas. Die passenden Maße können Sie direkt im Geschäft zuschneiden lassen (dieser Service wird in der Regel angeboten). Dieses Material ist relativ teuer, und es ist besser, kein Risiko mit eigenhändigem Zuschnitt einzugehen.

Kakteen und Sukkulenten im Flurarium

Pflanzen für das Flurarium

Für die Kultivierung im Glasgefäß werden dekorative, niedrig wachsende Arten ausgewählt. Die Pflanzen für die Komposition können nach dem Kontrastprinzip (in Größe, Blattfarbe) ausgewählt werden. In kleinen Gefäßen wird oft nur eine relativ große Pflanze gesetzt, während die andere Bepflanzung als Hintergrund dient. Als grüner 'Rasen' können Moos, Bodendecker (geeignet sind beispielsweise Soleriolia, Callisia, Nertera, Tradescantia) verwendet werden.

In der Regel wird ein Minigarten aus langsam wachsenden Vertretern der Flora mit einer Höhe von nicht mehr als 10–15 cm gestaltet. Exemplare mit großen Blättern würden auf engem Raum beengt wirken, und schnell wachsende Blumen müssten bald umgepflanzt werden.

Für Minigärten werden häufig verwendet:

  • Kakteen und andere Sukkulenten;
  • miniature Farnarten;
  • Selaginella;
  • Saintpaulia;
  • Fittonien;
  • Lithops;
  • Moos.

Bei der Gestaltung eines Flurariums gilt die Regel: Mindestens die Hälfte des Volumens bleibt ungefüllt.

Kugelförmiges Flurarium mit Sukkulenten

In ein geschlossenes Gefäß werden feuchtigkeitsliebende Blumen gesetzt, für die die Raumbedingungen nicht geeignet sind. Ein offenes Mini-Gewächshaus kann ideale Bedingungen für die Orchideenzucht bieten.

Pflanzen in einem Flurarium einsetzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bevor Sie Ihren Miniaturgarten anlegen, sollten Sie die Bepflanzung sorgfältig planen, das Gefäß vorbereiten und die notwendigen Werkzeuge bereitlegen. Das Glasgefäß wird gründlich mit Seifenwasser gereinigt und trocken gewischt. Nun kann das Florarium befüllt werden:

  1. Die erste Schicht bildet die Drainage (Kieselsteine, Sand, kleine Steine). Das Drainagematerial sollte vorher abgekocht und dann in einer Schicht von 3–4 cm Stärke eingebracht werden.
  2. Anschließend wird eine Schicht Holzkohle von 1 cm Dicke aufgetragen. Ihre Aufgabe ist es, unangenehme Gerüche und Bakterien zu beseitigen und die Entwicklung von Pilzsporen zu verhindern.
  3. Als Substrat für Sukkulenten wird eine Sandmischung verwendet, für Orchideen Kiefernrinde. Für andere Pflanzen eignet sich normale Blumenerde. Das Substrat sollte ebenfalls durch Hitzebehandlung desinfiziert werden. Diese Schicht sollte mindestens 5–6 cm dick sein, damit sich die Pflanzenwurzeln gut entwickeln können.
  4. Vor dem Einpflanzen werden die Pflanzen aus ihren Töpfen genommen. Die Wurzeln werden gereinigt, indem die Erde abgeschüttelt wird, und leicht gestutzt. Beim Einpflanzen von Kakteen sollten Sie Schutzhandschuhe tragen.
  5. In die Erde werden mit einem normalen Esslöffel Pflanzlöcher gemacht und die Blume eingesetzt. So verfahren Sie mit allen Pflanzen. Im Wurzelbereich wird etwas Erde nachgefüllt und angedrückt.
  6. Nach dem Einpflanzen beginnen Sie mit der Dekoration der Komposition. Fügen Sie dem Gefäß lebendes oder getrocknetes Moos, Tier- und Vogelfiguren, bunte Glaskugeln, schöne Steine und Treibholz hinzu. Achten Sie darauf, dass die Dekoration nicht überladen wirkt.
  7. Die Wände des Behälters werden abgewischt, um anhaftende Erde zu entfernen.
  8. Anschließend wird der Miniaturgarten mit einer Spritze punktuell und in kleinen Portionen bewässert. Verwenden Sie zum Gießen gefiltertes oder Schmelzwasser.

Ein schönes Florarium mit Sukkulenten

In der Folge werden die Pflanzen im Sommer alle zwei Wochen und im Winter einmal im Monat gegossen. Überwachsene Pflanzen werden in Töpfe umgesetzt, und an ihrer Stelle werden Miniaturexemplare gepflanzt.

Geometrisches Florarium mit Sukkulenten

Jedes Florarium ist einzigartig – es ist unmöglich, zwei vollkommen gleiche Exemplare zu finden. Gerade deshalb erfreut sich der Miniaturschrank bei Dekorateuren großer Beliebtheit. Durch die Möglichkeit, Kompositionselemente auszutauschen, kann sein Aussehen jederzeit nach Ihren Wünschen verändert werden. Ein fertiges Florarium benötigt fast keine Pflege und bereitet dennoch große ästhetische Freude.

Haben Sie Erfahrung mit dem Anbau von Pflanzen in einem Florarium? Teilen Sie Ihre Eindrücke in den Kommentaren!

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