In welchem Geschirr in der Mikrowelle kochen? – Ein Überblick über fünf Materialien und die Besonderheiten ihrer Verwendung
Die Antwort auf die Frage, in welchem Geschirr man in der Mikrowelle kochen soll, damit das Essen sicher bleibt und das Gerät nicht kaputt geht, scheint offensichtlich: Hauptsächlich verwenden Hausfrauen Plastik oder Glas. Aber auch andere Materialien eignen sich für die Nutzung in der Mikrowelle.

Metallgeschirr in der Mikrowelle – ja oder nein?
In der Anleitung zu jedem Mikrowellenherd gibt es einen Punkt, dass die Verwendung von Metalltöpfen, -bechern, -tellern und anderem Geschirr verboten ist. Wenn man sich nicht an die Empfehlungen der Hersteller hält, kann man sich vorzeitig von dem Gerät verabschieden. Die Sache ist, dass Mikrowellen nicht durch das Kristallgitter von Metallen dringen, sondern daran 'abprallen' – als Ergebnis entsteht so etwas wie ein Gewitterblitz.
Zusammen mit Metallgegenständen sind auch Folienbehälter in Ungnade gefallen. Das ist berechtigt, denn sie bestehen aus Aluminium. Einige von ihnen haben jedoch ein Geheimnis, das das Aufwärmen und Kochen von Speisen in der Mikrowelle ermöglicht – die Perforation, die über die gesamte Oberfläche angebracht ist. Die Wellen dringen leicht durch die Löcher, so dass kein Funkenflug oder Explosionen zu beobachten sind.
Sich zu vergewissern, dass ein bestimmter Behälter in die Mikrowelle gestellt werden kann, ist einfach – man muss nur einen Aufkleber in Form eines lächelnden Smileys mit der Aufschrift 'microwave friendly' darauf finden. Wenn dieser fehlt, ist es besser, kein Risiko einzugehen.
Plastikgeschirr für Mikrowellenherde
Zunächst ist zu erwähnen, dass es eine große Anzahl von Kunststoffarten gibt – darunter auch lebensmittelechte. Einige davon können Erwärmung auf bis zu 100 °C und mehr aushalten, andere beginnen bereits bei einer geringen Temperaturerhöhung zu schmelzen.
Polystyrol, Polyvinylchlorid und Polyethylen sind nicht für die Erwärmung auf irgendeine Weise geeignet. Daher sollte man Folgendes nicht in die Mikrowelle legen:
- Einwegteller, -löffel und -gabeln;
- Einwegbecher (sowohl durchsichtige als auch farbige);
- Getränkeflaschen;
- Behälter von Joghurt, Sauerrahm und Quarkdesserts;
- Plastikschalen von Mixern und Rührgeräten;
- Küchenschalen, die zum Waschen von Obst bestimmt sind.
Polyamide und Polypropylen sind durchaus für die Verwendung in Mikrowellenöfen geeignet. Aus diesen Materialien werden die Lebensmittelbehälter hergestellt, in denen man Essen mitzunehmen pflegt.
Beim Kauf ist es wichtig, nicht nur auf das Symbol „mikrowellengeeignet“ zu achten, sondern auch auf das Herstellerland. Der Großteil des Plastikgeschirrs wird aus China nach Europa importiert, und dessen Qualität lässt oft zu wünschen übrig. Selbst wenn die Schale nicht schmilzt, können unter Hitzeeinwirkung und elektromagnetischer Strahlung Schadstoffe freigesetzt werden – beispielsweise die bekannten Phthalate. Gelangen diese in die Nahrung, wird diese gesundheitsschädlich.
Die wichtigste Regel ist, Plastikgeschirr von vertrauenswürdigen Marken zu wählen.
Es gibt noch einen weiteren Aspekt – die Temperatur. Auf Kunststoffprodukten ist stets angegeben, welche Erhitzung sie aushalten. Überschreitet man die maximal möglichen Werte auch nur um wenige Grad, schmilzt das Material, und das Geschirr kann nicht mehr bestimmungsgemäß verwendet werden. Am einfachsten „tötet“ man einen Behälter, wenn man darin etwas Süßes oder Fettiges zubereiten möchte: Zuckerkristalle, die zu Karamell werden, können sich auf bis zu 188 °C erhitzen, und Öle sieden bei 160–270 °C.
Sollte man Glas in die Mikrowelle stellen?
Feuerfestes Glas ist eine der besten Optionen für die Mikrowelle. Solche Teller und Backbleche halten Temperaturen von bis zu 300 °C stand, springen nicht und lassen Mikrowellen gut durch. Der einzige Nachteil dieses Geschirrs sind die Kosten.
Gewöhnliche Teller aus dünnem Glas sollten dagegen nicht in die Mikrowelle gestellt werden. Sie sind für diese Belastung nicht ausgelegt und könnten direkt im Gerät zerspringen, wobei die Mikrowelle selbst beschädigt werden kann. Noch schlimmer ist es, wenn das Geschirr mit heißem Essen in den Händen in hundert Scherben zerbricht – dann erleidet man nicht nur mehrere Schnittwunden, sondern auch Verbrennungen.
Zur Liste der „verbotenen“ Gegenstände gehören außerdem:
- Kelchgläser und Schnapsgläser aus Kristall – dieser Glasart werden Blei, Silber und andere Metalle zugesetzt. Zudem sind Kristallgläser oft mit Mustern verziert, was zu einer ungleichmäßigen Wandstärke führt.
- Alle Glasgegenstände mit Bemalung. Da sich nicht zuverlässig feststellen lässt, woraus die Farbe besteht, besteht das Risiko, dass sie Metallkomponenten enthält. Besonders gefährlich sind Gold- und Silbertöne – selbst wenn das Muster bereits abgerieben ist, könnten unsichtbare Farbreste auf der Oberfläche verblieben sein.
- Gläser und Teller mit Mikrorissen, Absplitterungen oder Luftblasen im Glas. Aufgrund der unterschiedlichen Dicke erwärmen sie sich ungleichmäßig. Überschreitet die Verweildauer im Ofen 60 Sekunden bei maximaler Leistung, lässt sich ein Zerspringen kaum vermeiden.
- Gläser mit Babynahrung und anderen Konserven, wenn sie mit einem Deckel verschlossen sind. Erstens besteht der Deckel oft aus Metall, und zweitens dehnt sich der Dampf der sich erhitzenden Flüssigkeit im Inneren rapid aus. Früher oder später steigt der Druck so stark an, dass der Deckel abgerissen wird. Dabei könnte die Mikrowellentür zerspringen, und die Innenwände des Geräts werden mit Sicherheit beschädigt.
- Geschirr, das gerade erst aus dem Kühlschrank genommen wurde. Ein plötzlicher Temperaturwechsel führt zu Rissen.
Keramikgeschirr in der Mikrowelle – Vor- und Nachteile
Nicht selten werden Speisen in der Mikrowelle mit keramischen oder tönernen Gefäßen erhitzt und zubereitet. Dies ist nicht verboten, jedoch gibt es einige Feinheiten. Beispielsweise sollten dickwandige Gefäße nicht der Mikrowellenhitze ausgesetzt werden, insbesondere wenn sie etwas sehr Kaltes enthalten – wie gefrorene Frikadellen, Pfannkuchen oder Beeren.
Wichtig ist, dass Teller und Auflaufformen nicht nur von oben, sondern auch von unten glasiert sind. Der Grund: Reine Keramik und glasierte Keramik erwärmen sich unterschiedlich, was das Risiko eines Zerplatzens erhöht.
Tönernes Geschirr kann auch feuerfest sein – nach Möglichkeit sollte man dieses verwenden.
Im Vergleich zu Glas lässt Keramik Mikrowellenstrahlung nicht sehr gut durch, dafür hat sie mehrere Vorteile:
- günstig;
- zerspringt selten;
- geeignet für die Verwendung in Mikrowellenöfen mit Grillfunktion oder eingeschalteter Konvektion;
- ermöglicht es, Fleischprodukten ohne Öl eine schöne knusprige Kruste zu verleihen.
Sind Karton und Mikrowelle kompatibel?
Viele überrascht diese Tatsache, aber Behälter aus Karton vertragen die Erhitzung in der Mikrowelle gut. Sie fangen kein Feuer, verströmen keine unangenehmen Gerüche und sind für die Strahlung durchlässig. Wenn man Brötchen, Brot, Pizza oder anderes Gebäck aufwärmen möchte, legt man sie am besten nicht auf einen Teller, sondern auf eine Papierserviette oder ein Stück Karton. Das Material nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf, sodass der Teig nicht nass wirkt. Auch in Papier darf man Würstchen, Frikadellen, Pfannkuchen und andere feste Lebensmittel einwickeln.
Man sollte kein geöltes Pergamentpapier zum Erhitzen von Speisen verwenden: Es kann jederzeit Feuer fangen. Ebenso ungeeignet sind mit Wachs beschichtete Pappbecher und -teller – sie sind nicht für starke Erhitzung ausgelegt, sodass das Wachs schmilzt und in die Nahrung eindringt. Danach sind die Speisen nicht mehr genießbar.
Abschließend sei angemerkt, dass nicht nur das Material des Behälters wichtig ist, sondern auch seine Form.
- Gefäße mit abgerundeten Kanten zeigen das beste Ergebnis – darin werden Speisen schnell und gleichmäßig erhitzt. Rechteckige Behälter und Teller hingegen sind das komplette Gegenteil. Der Grund: In den Ecken konzentrieren sich viele Wellen, wodurch die Temperatur der Speisen schneller ansteigt, die Feuchtigkeit stärker verdunstet und die Produkte letztlich teilweise austrocknen oder sogar anbrennen.
- Auch die Höhe der Ränder spielt eine Rolle – in hohen Gefäßen verläuft der Erhitzungsprozess langsamer, besonders wenn die Speisen in dicker Schicht darin liegen.
Man sollte auch die speziellen Kunststoffdeckel nicht vergessen. Diese verhindern eine übermäßige Wasserverdunstung, wodurch die Speisen schmackhafter werden. Um den Dampfdruck auszugleichen, ist darin eine Öffnung vorgesehen; versuchen Sie also nicht, den Mikrowellendeckel durch einen anderen zu ersetzen.





Ich habe Brötchen und Brot in der Mikrowelle auf einer Serviette erwärmt, nicht auf einem Teller. Und sie wurden tatsächlich nicht nass. Die Serviette hat alles aufgesaugt.