Warum wurden Fenster im Krieg mit Kreuzen verklebt und wie schützt man sein Haus heute auf moderne Weise?

Kreuze auf Fenstern wirken beunruhigend – wie eine Szene aus einem Kriegsfilm. Warum haben Menschen Fenster kreuzweise zugeklebt und warum tun manche es noch heute? Lassen Sie uns das klären!

Kreuzweise zugeklebte Fenster

Wahrheit und Annahmen

Vielleicht haben Sie die Version gehört, dass Kreuze auf Fenstern während des Krieges bedeuteten, dass alle im Haus lebenden Männer gestorben seien. Während der Blockade sei dies angeblich ein Zeichen dafür gewesen, dass das Haus leer stehe. Aber das sind nicht mehr als Vermutungen.

In Wirklichkeit wurden Fenster kreuzweise zugeklebt, um bei Bombenangriffen zu verhindern, dass Glassplitter umherfliegen.

  • Erstens dämpfen die auf das Glas geklebten Papier- oder Stoffstreifen die durch die Druckwelle verursachten Vibrationen. Dies kann das Fenster vor der Zerstörung schützen, wenn die Explosion in einiger Entfernung vom Gebäude stattfand.
  • Zweitens: Wenn das Glas dennoch zerbricht, fliegen die Splitter nicht in den Raum und verletzen die dort Schutzsuchenden.

Aber der Große Vaterländische Krieg ist glücklicherweise lange vorbei – warum kann man auch heute noch Fenster sehen, die mit einem Kreuz zugeklebt sind?

Fenster auf Balkonen, kreuzweise zugeklebt

In der Regel wird diese Methode von Bewohnern von Gebieten angewendet, in denen starke Winde und Wirbelstürme keine Seltenheit sind. Wind verursacht, genau wie eine Druckwelle, Vibrationen, durch die Glas zerbrechen kann.

In Städten an der Meeresküste wurde zu Sowjetzeiten ein merkwürdiges Schema für die Balkonverglasung verwendet: Gläser mit abgerundeten Ecken wurden mit Hilfe eines dicken, breiten Gummibands in den Rahmen gehalten – genau wie in Bussen. Das Gummi dämpfte die durch den Sturmwind verursachten Vibrationen, und das Glas zerbrach nicht.

Manche Menschen kleben Fenster mit Malerkrepp ab, wenn sie ein Einfamilienhaus für längere Zeit verlassen – zum Beispiel, wenn sie ein Wochenendhaus zurücklassen und wissen, dass sie mehrere Jahre nicht auf das Grundstück zurückkehren werden. Es ist schwer zu sagen, welche Ziele sie damit verfolgen – sie fühlen sich einfach wohler dabei.

Armiertes Fensterglas

Technologische Lösungen

Im 21. Jahrhundert gibt es natürlich modernere Alternativen zu Klebeband, Papierstreifen und Verbänden:

  • Eine allgemein zugängliche Option ist das Aufkleben einer Polymerfolie auf das Glas. Es gibt viele Arten davon – verspiegelt, bunt, Infrarotstrahlen reflektierend (letztere hilft, im Sommer der Hitze zu entkommen). Die Folie wird von innen geklebt, so dass selbst wenn das Glas zerbricht, den Menschen im Raum nichts passiert.
  • In Japan – einem Land mit extremer seismischer Aktivität – werden Fenster in Wohnungen mit armiertem Glas verwendet. Es ist ziemlich dick, oft undurchsichtig, und darin befindet sich ein Stahldrahtgeflecht, das quadratische Zellen von etwa 2 x 2 cm bildet. Bei Erdbeben halten solche Fenster bis zum Schluss, und wenn sie doch zerbrechen, verletzen sie niemanden mit Splittern.

Die kreuzweise verklebten Fenster sind also kein Anzeichen für etwas Schreckliches. Es ist einfach eine 'volkstümliche' Methode, die Doppelverglasung bei starkem Wind vor dem Zerbrechen zu schützen. Wenn den Bewohnern des Hauses die Ästhetik wichtig ist, wählen sie modernere Schutzmittel.

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  1. Vera

    Meine Tante lebt in einer Hafenstadt. Im Winter gibt es bei ihnen sehr starke Winde. Bevor sie moderne Doppelverglasungen einbauen ließ, klebte sie jeden Winter solche Kreuze aus Malerklebeband.

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