Darf man eine Orchidee in die Sonne stellen?
Photosynthese ist ein notwendiger Prozess für die normale Entwicklung, das Wachstum und die Blüte der Pflanze. Darf man eine Orchidee in die Sonne stellen? Man darf und sollte es. Das Sonnenlicht sollte jedoch nicht direkt, sondern gestreut sein. In der Natur lebt sie als Epiphyt auf Bäumen in einer Höhe von bis zu 2 Metern. Und obwohl die Sonne in den Tropen länger und heller scheint, erzeugen die Baumkronen einen schattigen, durchbrochenen Schatten, der die Blume vor Verbrennungen schützt.

Welche Beleuchtung braucht eine Orchidee?
Licht ist die Hauptenergiequelle für Orchideen. Blätter, Blütenstiele und sogar Wurzeln absorbieren es und verarbeiten es in Glukose und andere nützliche Verbindungen. Wissenschaftlich wird dieser Prozess Photosynthese genannt.
Für die Photosynthese benötigt die Blume 1000 bis 4500 Foot-Candle Licht. Eine Foot-Candle ist eine Maßeinheit. Die Beleuchtungsstärke wird auch in Lux gemessen. 1000 Lux entsprechen 92,3 Foot-Candle. Ja, die Wissenschaft geht beim Pflanzenanbau verantwortungsvoll vor. Geben Sie zu, es wäre falsch, sich auf subjektive Aussagen wie „viel Sonne“ und „wenig“ zu verlassen. Man muss alles genau messen.
Um leichter zu verstehen, wie viel Licht die tropische Schönheit benötigt, versuchen wir, ihre Helligkeit mit Foot-Candle zu vergleichen. Mittags an einem windstillen Tag in der vollen Sonne beträgt die Beleuchtungsstärke 10000 Foot-Candle. Vor einem unverhangenen Südfenster sind es 6000, mit Vorhang 4000. Und bei einem Abstand von 30 cm zum Fenster sind es 3000 Foot-Candle. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass das Fenster nicht durch Gebäude oder Bäume verdeckt wird. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Blume an einem leicht beschatteten Fenster auf der Südseite des Hauses wohlfühlen wird.
Aber in der Realität gibt es eine kleine Einschränkung. Orchideen gibt es in verschiedenen Arten, die unterschiedliche Beleuchtungsniveaus benötigen:
- Vanda, Dendrobium, Oncidium sind lichtliebend. Für sie liegt das optimale Lichtniveau bei 35000 Lux oder 3000-4500 Foot-Candle.
- Phalaenopsis, Haemaria, Frauenschuh benötigen wenig Licht. Für eine normale Entwicklung reicht ihnen eine Beleuchtungsstärke von 10000 Lux oder 1000 Foot-Candle.
Wo stellt man die Blume am besten auf?
Die Wahl des Standorts für die Blume ist von großer Bedeutung. Vielen ist bekannt, dass man Blumen am besten auf der Fensterbank zieht, da hier in unmittelbarer Nähe zum Fenster die meisten Sonnenstrahlen ankommen. Aber wie wir bereits festgestellt haben, benötigen verschiedene Orchideenarten unterschiedliche Beleuchtungsniveaus. Das Licht kann reguliert werden, indem man die Blumen an verschiedenen Fenstern platziert.
- Eine lichtliebende Orchidee sollte auf die Fensterbank eines Südfensters gestellt werden.
- Eine Orchidee, die wenig Sonne braucht, stellt man am besten auf die Fensterbank eines Ostfensters, oder in einem Abstand von 60 cm von einem Südfenster, oder gegenüber einem Westfenster in einem Abstand von 30 cm.
Die Beleuchtungsstärke kann auch reduziert werden, indem man eine durchbrochene Fensterfolie aufklebt oder die Blume in den Schatten einer hohen, lichtliebenden Pflanze stellt.
Auf der Nordseite des Hauses wird empfohlen, keine Pflanzen zu platzieren. Dort erhalten sie zu wenig Sonne und die Tageslichtdauer ist zu kurz.
Anzeichen von Lichtmangel und Lichtüberschuss
Die Zimmerorchidee ist bei Blumenliebhabern beliebt. Vor allem besticht sie durch ihre lange Blütezeit, die bis zu einem halben Jahr andauern kann.
Damit sich eine Orchidee entwickeln und blühen kann, benötigt sie ausreichend Sonnenlicht. Anzeichen für einen Mangel sind:
- matte, dunkelgrüne Blätter mit bläulichem Schimmer;
- Verkleinerung der jungen Blätter;
- Fehlen des Blütentriebs.
In einer solchen Situation wird empfohlen, den Topf an einen helleren Ort zu stellen oder die Pflanze mit einer Pflanzenlampe zu beleuchten. Eine Zusatzbeleuchtung ist besonders im Winter wichtig, wenn die Sonnenstrahlen schwach sind und nur kurz erscheinen.
Die optimale Tageslichtdauer für Orchideen beträgt 14–16 Stunden. Bei zu viel Sonne entstehen auf den Blättern Verbrennungen und Pigmentierungen. Sie werden heller, und es treten verfärbte Flecken mit braunem Rand auf.
Einem Sonnenüberschuss kann mit einem einfachen Trick entgegengewirkt werden. Bei Hitze sollte man die Blume häufiger gießen und das Fenster öffnen. Luftbewegung und Feuchtigkeit helfen, die Temperatur des Substrats und der Pflanze selbst zu senken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man eine Orchidee durchaus in die Sonne stellen kann. Sie liebt eine gute Beleuchtung. Allerdings kann sie unter direkter Sonneneinstrahlung leiden. Die benötigte Lichtmenge hängt von der Blumenart ab. Vandas, Oncidien und Dendrobien sollten an den hellsten Standort gestellt werden, während Phalaenopsis weniger intensives Sonnenlicht benötigen. Die Wahl des richtigen Standorts für die Pflanze gewährleistet schnelles Wachstum und eine lange Blütezeit.

