Fischsterben und Umweltkatastrophe: Experten erklärten, ob man Zigarettenstummel in der Toilette herunterspülen kann
Viele Menschen ziehen es vor, Zigarettenstummel in der Toilette hinunterzuspülen, anstatt sie in den Mülleimer zu werfen. Auf den ersten Blick erscheint diese Methode am sinnvollsten, da:
- kein Brandrisiko besteht;
- sich unangenehme Gerüche nicht in der Wohnung ausbreiten;
- am „Tatort“ keine Spuren hinterlassen werden, was heimliches Rauchen ermöglicht.
Doch trotz der Vorteile sollte man Kippen nicht in die Kanalisation spülen. Schon allein deshalb, weil sie Verstopfungen verursachen können und auch die ökologische Situation nicht gerade verbessern.

Verstopfung
Ein Zigarettenstummel besteht aus mehreren Teilen: Filter, Tabakresten und Zigarettenpapier. Nichts davon löst sich, anders als Toilettenpapier oder Zeitungen, im Wasser auf. Daher ist es gefährlich, Kippen in die Toilette zu werfen – bleiben sie in einem Teil des Rohrs stecken, kann nur ein Klempner mit einem speziellen Seil die Verstopfung beseitigen.
Ein einzelner, mit viel Wasser hinuntergespülter Stummel wird wohl kaum negative Folgen haben. Wenn Sie jedoch die Gewohnheit haben, Kippen in einem Glas zu sammeln und dann den Inhalt in die Toilette zu schütten, sollten Sie bedenken: Aus einer großen Menge unlöslicher Abfälle bildet sich früher oder später ein „Pfropfen“ im Rohr. Besonders, wenn Sie auch noch Fettreste in die Kanalisation gießen sowie Haare, Papiertücher und Feuchttücher hineinwerfen.
Wasservergiftung
Abgesehen davon, dass Kippen eine Gefahr für das Funktionieren der Kanalisation darstellen, töten sie auch die Tierwelt in natürlichen Gewässern. Dies geschieht aufgrund des hohen Gehalts an Nikotin und Teer in der Tabakmischung. Gelangen diese Stoffe mit dem Abwasser in Flüsse, vergiften sie buchstäblich die Umwelt.
Infolgedessen sterben Fische, Krebstiere und andere Wasserbewohner. Angesichts der Tatsache, dass die Anzahl der täglich weltweit in die Toilette gespülten Kippen stetig steigt, droht langfristig eine ökologische Katastrophe.
Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass man der Natur keinen Schaden zufügt, wenn man Kippen nicht direkt in Flüsse und Seen wirft. Doch selbst wenn die Zigarettenreste nicht in die Gewässer gelangen, sondern an den Sieben der Kläranlagen hängen bleiben, richten sie trotzdem ihren Schaden an: Während der Zeit in den Absetzbecken verwandelt sich das Wasser in einen konzentrierten Nikotinaufguss, der auch nach dem Durchlaufen der Filter seine giftigen Eigenschaften behält.
Plastikmüll
Ein weiterer Irrglaube über Zigarettenkippen ist, dass Zigarettenfilter aus Papier bestehen. Tatsächlich werden sie aus Celluloseacetat hergestellt, einer Art Kunststoff. Dieser Kunststoff ist biologisch abbaubar – in der Natur zersetzt er sich innerhalb von 10 Jahren vollständig (zum Vergleich: Die Zersetzung von gewöhnlichem Kunststoff dauert 500 bis 1000 Jahre). Diese Tatsache mindert jedoch keineswegs die Folgen der Umweltverschmutzung.
Man könnte meinen, wenn Zigarettenkippen bei der Abwasserreinigung von den Filtern zurückgehalten werden, gelangen sie sicher nicht in die Natur. Aber die in den Klärschlämmen anfallenden Abfälle gelten als gering giftig und werden daher der Verarbeitung zugeführt.
Durch mikrobiologische Oxidation wird daraus Kompost hergestellt, der später als Dünger in der Landwirtschaft verwendet wird. Es ist nicht schwer zu erraten, dass alle giftigen Stoffe, die der Kunststoff während der Zersetzung freisetzt, in den Boden gelangen, von den Pflanzen aufgenommen werden und dann mit Obst und Gemüse auf unseren Tisch kommen.
Jährlich werden weltweit etwa 1 Million Tonnen Kunststoff für die Herstellung von Zigarettenfiltern verwendet.
Wenn Sie wieder einmal eine Zigarettenkippe die Toilette hinunterspülen möchten, bedenken Sie, welchen Schaden Sie mit dieser scheinbar einfachen und harmlosen Handlung der Natur zufügen. Vielleicht ist es besser, den Stummel zum Aschenbecher oder Mülleimer zu bringen und ihn dann mit dem restlichen Müll der Entsorgung zuzuführen. Denn das trägt dazu bei, sowohl das Leben der Wassertiere als auch die Gesundheit der Menschheit zu erhalten.



