Grundlagen des gesunden Menschenverstandes: Warum darf man Elektrogeräte nicht mit Wasser löschen?

Feuerwehrleute und Elektriker sind sich einig: Das Löschen von Elektrogeräten mit Wasser ist strikt verboten! Dies liegt an der Fähigkeit von Wasser, Strom zu leiten, was ein Stromschlagrisiko darstellt. Für das Löschen brennender Kabel und Elektrogeräte gibt es andere Methoden. Wir erläutern, wie man bei Bränden, die durch Kurzschlüsse entstehen, richtig handelt.

Der Computer brennt

Was passiert, wenn Sie ein brennendes Gerät mit Wasser löschen?

Ein Brand ist eine sich schnell ausbreitende Katastrophe, bei der man schnell handeln muss. Aber Eile und Stress führen oft zu unüberlegten und impulsiven Handlungen – man greift nach dem erstbesten Gefäß mit Wasser (einer Blumenvase, einer Flasche Trinkwasser, einer Tasse Tee) und gießt es auf die brennende Elektroleitung. Diese Handlung führt sofort zu den schlimmsten Folgen.

Aus dem Physikunterricht wissen wir, dass Wasser (in den meisten Fällen) eine Lösung verschiedener Salze ist. Diese Salze liegen in der Lösung als geladene Teilchen – Ionen – vor. Das Vorhandensein von Ionen macht Wasser (sowie Tee, Kaffee und andere wasserbasierte Flüssigkeiten) zu einem Elektrolyten – einer Substanz, die elektrischen Strom leitet.

Das Eindringen von Wasser in den Brandbereich hat folgende Folgen:

  • In der kurzen Zeit, in der der Wasserstrahl die Hände der löschnden Person mit den durch das Feuer freigelegten Kabeln verbindet, kann der Strom einen lebens- und gesundheitsgefährdenden Stromschlag verursachen. Das Risiko steigt, wenn das Gefäß aus leitfähigen Materialien (z. B. Metall) besteht, die Hände nass sind usw.
  • Gelangt Wasser in das Geräteinnere, breitet es sich über die Kabel aus und verursacht immer neue Kurzschlüsse, was das Risiko eines vollständigen Ausfalls des gesamten Systems erhöht. So kann ein unerfahrener Löscher durch das Übergießen eines brennenden Verteilerkastens die Geräte zerstören, die noch nicht von den Flammen beschädigt wurden.

Aus diesem Grund darf Wasser nur zum Löschen solcher elektrischer Geräte verwendet werden, bei denen zuverlässig bekannt ist, dass sie spannungsfrei sind.

Wenn ein brennendes elektrisches Gerät, das nur durch Schaltgeräte (Schalter, Trennschalter usw.) vom Netz getrennt, aber physisch nicht abgeklemmt ist, mit Wasser übergossen wird, besteht das Risiko eines Stromumwegs über die überfluteten Bereiche. Dann können einige Teile des Geräts unerwartet unter Spannung stehen.

Elektroverteiler in der Wohnung

Richtiges Verhalten bei einem Brand

Zunächst müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, um die brennenden Elektrogeräte spannungsfrei zu schalten. Dies kann auf verschiedene Weise erfolgen:

  • Ziehen Sie den Stecker des Geräts aus der Steckdose. Dies ist nur zulässig, wenn die Isolierung am Stecker, an der Steckdose und an den angrenzenden Kabelabschnitten nicht durch die Flammen beschädigt ist.
  • Schalten Sie den Schutzschalter der versorgenden Leitung (oder den Trennschalter, der den Strom in den Raum, in dem der Brand ausgebrochen ist, zuführt) aus.
  • Durchtrennen Sie mit einer Axt das Kabel oder die Leitung, über die das brennende Gerät mit Strom versorgt wird.

Beachten Sie, dass das Gerät an eine USV oder eine Notstromversorgung angeschlossen sein kann. Dann bleibt es auch nach dem Abschalten der Hauptleitung unter Strom.

Wenn es aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, die betroffene Leitung stromlos zu machen, beginnen Sie, das Feuer mit nicht leitenden Mitteln zu löschen. Falls nötig, führen Sie auch eine Evakuierung und die Benachrichtigung der Feuerwehr durch.

Pulver- und Kohlendioxid-Feuerlöscher

Womit löscht man elektrische Geräte und Leitungen?

Zum Löschen von brennenden Leitungen oder elektrischen Geräten gibt es mehrere sichere Methoden:

  • Bedecken Sie den Brandherd mit Sand. Wichtig ist, dass das Material nicht feucht ist.
  • Verwenden Sie Pulverfeuerlöscher. Dieses Mittel ist sicher zum Löschen von Geräten, die mit Spannung bis 1 kV betrieben werden.
  • Mit Kohlendioxid-Feuerlöschern der Serie OU löschen Sie Brände von Anlagen, die mit Spannungen zwischen 1 und 10 kV betrieben werden.

Das Löschen eines Brandes mit Kohlendioxid birgt zusätzliche Gefahren. Vor allem erzeugt Kohlendioxid eine große Menge nicht brennbarer Gase (Kohlendioxid, Kohlenmonoxid). Diese Produkte sind giftig für den Menschen und in hohen Konzentrationen lebensgefährlich. Daher ist es nur erlaubt, Brände in großen Räumen mit einem solchen Feuerlöscher zu löschen.

Um das Risiko eines Stromschlags zu minimieren, müssen Sie so stehen, dass zwischen der Düse des Feuerlöschers und dem Brandherd mindestens 3 m Platz sind. Beim Löschen eines Geräts, das mit Spannung bis 1 kV betrieben wird, beträgt der Sicherheitsabstand 1 m.

Außerdem kühlt sich das Kohlendioxid beim Austritt sofort ab. Daher besteht bei Kontakt des Strahls mit der Haut Erfrierungsgefahr. Auch das Halten der Düse mit der bloßen Hand ist unsicher.

Das Löschen von elektrischen Leitungen, Stromkabeln, elektrischen Geräten und Anlagen mit Wasser, Schaum- und Wasser-Schaum-Gemischen ist strengstens verboten!

Die Brandbekämpfung ist ein Prozess, der automatisierte Fähigkeiten und einen kühlen Kopf erfordert. Um sich der Sicherheit Ihres Zuhauses sicher zu sein, erwerben Sie rechtzeitig einen sicheren Feuerlöscher (Klasse ‚E‘) und bringen Sie allen Familienmitgliedern die Regeln für dessen Verwendung bei.

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