Was ist der Unterschied zwischen Emaille und Farbe?
Auf dem modernen Markt für Baumaterialien gibt es eine riesige Auswahl an Beschichtungsstoffen mit ähnlichen Eigenschaften und Merkmalen. Für den Verbraucher ist es schwierig zu verstehen, wie sich Emaille von Farbe unterscheidet. Die Situation wird dadurch erschwert, dass es keine klare Abgrenzung zwischen ihnen gibt, aber dennoch wird Emaille als separater Produkttyp mit entsprechender Kennzeichnung verkauft. Bei einer detaillierten Untersuchung kann man jedoch den Unterschied erkennen – er liegt in den Besonderheiten der Zusammensetzung, den Nuancen der Anwendung und den Gebrauchseigenschaften.

Wie unterscheidet man Emaille von Farbe
Im weiteren Sinne ist jede Farbe eine Zusammensetzung, mit der man einer Oberfläche eine bestimmte Farbe verleihen kann. In der Bau- und Renovierungsbranche versteht man unter diesem Begriff jedoch in der Regel wasserbasierte Dispersions-, Pulver- und Ölfarben, die auf Basis von Leinöl oder Ölen hergestellt werden.
Emaille im ursprünglichen Wortsinn ist keine Farbe. Es handelt sich um eine dünne, glasartige Beschichtung für Metall, die durch Hochtemperaturbehandlung entsteht. Emaillefarbe hingegen ist eine Art von Beschichtungsstoff. Im Alltag wird die Produktbezeichnung jedoch oft verkürzt und diese Art von Beschichtungsstoff wird Emaille genannt.
Sowohl gewöhnliche als auch Emaillefarben werden nicht nur zu dekorativen, sondern auch zu schützenden Zwecken eingesetzt. Die Zusammensetzungen tragen dazu bei, die negativen Auswirkungen von Feuchtigkeit, UV-Strahlen und Temperaturschwankungen auf die Oberfläche zu verringern.
Beide Arten von Beschichtungsstoffen müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
- die ursprüngliche Farbe des zu behandelnden Materials vollständig abdecken;
- eine gute Haftung auf der Oberfläche (Adhäsion) gewährleisten;
- nach dem Trocknen keine giftigen Verbindungen freisetzen;
- Schutzeigenschaften und Beständigkeit gegen mechanische Beschädigungen aufweisen.
Eine weitere Gemeinsamkeit von Farben und Emails besteht darin, dass beide Arten je nach Verwendungszweck für die zu behandelnde Oberfläche in Kategorien eingeteilt werden. Beide Zusammensetzungen können für Holz, Metall, Beton usw. verwendet werden.
Emaille unterscheidet sich von Farbe durch folgende Merkmale:
- Zusammensetzung. Die Basis von Emaille ist ein Lack, in dem Farbpartikel, Füllstoffe und gezielte Zusätze verteilt sind. Farbe hingegen ist eine Mischung aus Pigmenten, Füllstoffen, Zusätzen und öligen Substanzen (Öle, Leinöl usw.).
- Verwendungszweck. Dadurch, dass Emaille eine dünne, glänzende Schicht bildet, wird sie häufiger für die dekorative Veredelung verwendet. Farben hingegen verleihen der Oberfläche einen satten Farbton und bilden eine dichtere Schicht, die das behandelte Material zuverlässig vor Kratzern und anderen Beschädigungen schützt.
- Besonderheiten der Anwendung. Zur einfacheren Handhabung müssen Ölfarben mit Leinöl verdünnt werden, während Emaille mit einem üblichen Verdünner verdünnt wird.
- Schichtdichte. Beide Mittel bilden einen homogenen, undurchsichtigen Film. Die Emailleschicht ist jedoch härter und zeichnet sich durch eine größere Elastizität aus.
- Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. In dieser Hinsicht hat die Emaille einen Vorteil, da sie weniger anfällig für Beschädigungen durch negative Einflüsse ist.
- Farbbeständigkeit. Emails bleichen nicht aus und behalten auch unter sengender Sonne lange ihren satten Farbton. Farben hingegen sind empfindlicher gegenüber UV-Strahlung, sodass die Schicht häufiger erneuert werden muss.
- Preis. Die Kosten für Beschichtungsstoffe hängen weitgehend vom Hersteller, der Vertriebsregion, der Produktqualität und anderen Kriterien ab. In der Regel sind Emails jedoch teurer.
Darüber hinaus sind Emailfarben im Gegensatz zu Ölfarben in einer größeren Auswahl an Farben und Schattierungen erhältlich, was eine abwechslungsreichere und interessantere Dekoration ermöglicht.
Emaille
Emailfarben erzeugen eine harte, meist glänzende Beschichtung, die an klassische Emaille erinnert. Je nach Zusammensetzung werden sie in verschiedene Typen unterteilt, die sich in Nuancen der Anwendung, Verschleißfestigkeit und anderen Eigenschaften unterscheiden.
So gibt es folgende Arten von Emailfarben:
- Alkydfarben. Sie zeichnen sich durch hohe Beständigkeit gegen Witterungseinflüsse und Reinigungsmittel aus. Sie können für die Lackierung einer Reihe von Innen- und Außenflächen verwendet werden, einschließlich Holz und Metall. Die Beschichtung ist glänzend und glänzend.
- Alkyd-Urethan- und Urethanfarben. Sie zeichnen sich durch erhöhte Festigkeit und Verschleißfestigkeit aus. Sie überdecken leicht die Farbe einer Oberfläche, die zuvor mit Öl-, Epoxid- oder Pentaphthallacken gestrichen wurde.
- Alkyd-Melaminfarben. Sie verfügen über eine erhöhte Wasserbeständigkeit und Witterungsbeständigkeit und zeichnen sich durch hohe Schutzeigenschaften aus. Sie eignen sich für die Lackierung von Gegenständen, die in feuchtem, heißem Klima verwendet werden.
- Pentaphthalfarben. Sie werden am häufigsten für den Hausgebrauch verwendet. Je nach Variante haben sie eine unterschiedliche Witterungsbeständigkeit. Dieses Kriterium bestimmt den Verwendungszweck der Farbe – für Außen- oder Innenarbeiten.
- Glyptalfarben. Sie zeichnen sich durch schnelle Trocknung aus. Während andere Arten von Emailfarben innerhalb eines Tages vollständig aushärten, erfolgt die Verfestigung von Glyptalfarben bereits nach 6 Stunden.
- Nitrozellulosefarben (Nitrolacke). Sie werden zum Lackieren von Holz, Metall und Beton verwendet. Sie zeichnen sich durch einen stechenden Acetongeruch aus, weshalb sie häufiger im Außenbereich eingesetzt werden.
- Silikonorganische Farben. Sie eignen sich für alle Oberflächenarten. Sie sind beständig gegen Feuchtigkeit und mechanische Beschädigungen und weisen eine erhöhte Festigkeit auf.
Dies sind nur die am häufigsten vorkommenden Arten von Emailfarben. Je nach Hersteller kann die Palette der Varianten viel breiter sein.
Farbe
Neben den Grundkomponenten werden den Farben auch zusätzliche Komponenten zugesetzt, die die Produkteigenschaften beeinflussen. Zum Beispiel verbessern sie die Fließfähigkeit der Masse, die Pigmentstabilität und die Haftung, bieten zusätzlichen UV-Schutz usw. Je nach den begleitenden Komponenten werden die Beschichtungsstoffe in Lasur-, Mineral-, Klebe-, Emulsionsfarben usw. unterteilt.
Außerdem werden die Mischungen nach ihrem Verwendungszweck klassifiziert:
- Für eine matte Oberfläche. Geeignet zum Streichen von Oberflächen mit Mängeln wie Rissen und Unebenheiten. Sie bilden eine dichte, gleichmäßige Schicht. Sie sind sparsam bei der Bearbeitung großer Flächen.
- Für eine matte Beschichtung. Ähnlich der matten Oberfläche, jedoch weniger beständig und leichter von der Oberfläche zu entfernen.
- Für einen glänzenden Glanz. Gekennzeichnet durch einen ausgeprägten, „spiegelnden“ Glanz, der Licht reflektiert. Sie sind sehr widerstandsfähig, aber Kratzer und Dellen auf der Beschichtung sind sehr auffällig.
- Für eine halbglänzende Oberfläche. Sie sorgen für Glanz der Beschichtung und schützen das Material vor Feuchtigkeit. Beliebt in Kindereinrichtungen, wo Wände, Türen und Möbel häufig gereinigt werden müssen.
- Für eine perlmuttartige Beschichtung. In Bezug auf den Glanz sind sie ein Zwischenprodukt zwischen glänzenden und halbglänzenden Farben. Langlebig und werden durch Feuchtigkeit nicht zerstört. Allerdings sind sie weniger widerstandsfähig gegen mechanische Beschädigungen als andere.
Auf die Frage, ob man besser Farbe oder Emaille wählen sollte, können nur Profis oder erfahrene Verkäufer in Baumärkten eine genaue Antwort geben. Dies hängt von den Zielen (Dekoration oder Schutz), der Art und dem Zustand der Oberfläche sowie davon ab, ob es sich um Außen- oder Innenarbeiten handelt.



