Worin besteht der Unterschied zwischen Espresso und Americano?
Es gibt viele Kaffeesorten und Kaffeegetränke, und manchmal ist es sehr schwierig, sich darin zurechtzufinden. Beispielsweise ist nicht jedem bekannt, worin sich Espresso und Americano unterscheiden. Dabei gibt es doch einige Unterschiede – angefangen bei der Mischungszusammensetzung bis hin zu Geschmack und Stärke.

Wie unterscheidet man Espresso von Americano?
Espresso ist ein starkes Getränk mit einer hohen Konzentration an natürlichem Kaffee. Bei der Zubereitung wird heißes Wasser unter Druck durch einen Filter mit gemahlenen Bohnen geleitet. Dieser Kaffee wird pur getrunken oder als Basis für andere Getränke verwendet.
Eine der ‚Ableitungen‘ ist der Americano (Kaffee nach amerikanischer Art). Zur Zubereitung werden ein oder zwei Portionen Espresso mit Wasser in einem bestimmten Verhältnis gemischt. Das Ergebnis ist ein weniger konzentriertes und weicheres Getränk.
Der Unterschied liegt jedoch nicht nur darin. Es gibt noch eine Reihe weiterer Kriterien, die aufzeigen, worin sich Espresso und Americano unterscheiden.
Besonderheiten der Mischung
Für beide Getränkearten wird fein gemahlener Kaffee verwendet, und der Hauptteil der Mischung besteht aus Arabica. Der Unterschied liegt im Anteil der Robusta. Im ersten Fall macht dieser 15 bis 20 % der Gesamtmasse aus, im zweiten Fall nicht mehr als 10 %.
Außerdem werden für die Zubereitung des Getränks nach amerikanischer Art Bohnen mit einer helleren Röstung verwendet als für Espresso.
Portionsgrößen
Espresso ist ein recht starker Kaffee, und es ist nicht üblich, ihn in großen Mengen zu trinken. Eine Portion des klassischen Getränks beträgt 30 ml. In manchen Lokalen wird sie auf 50 ml erhöht.
Der Americano, der aus ein oder zwei ‚Dosen‘ Basis und durchschnittlich etwa 120 ml Wasser besteht, ist weniger konzentriert, und die Portionen sind größer. In der Regel beträgt ihr Volumen 150 bis 200 ml.
Servieren
Espresso wird in Demitasse-Tassen mit einem Fassungsvermögen von 60 ml ausgeschenkt. Dazu wird eine kleine Menge kaltes Wasser serviert. Dieses sollte zuerst getrunken werden – man geht davon aus, dass diese Maßnahme hilft, die Rezeptoren zu ‚reinigen‘, sodass sich der Kaffeegeschmack voll entfalten kann.
Der Americano wird in größeren Tassen serviert, ebenfalls mit Wasser. Aber anders als beim Espresso nicht mit kaltem, sondern mit heißem Wasser. Dieses dient dazu, den Kaffee bei Bedarf zu verdünnen, um die Stärke zu verringern.
Beide Arten gelten als ‚eigenständige‘ Getränke, die man üblicherweise nicht ergänzt. Aber in manchen Lokalen werden Kekse oder ein kleines Stück Schokolade dazu serviert.
Geschmack und Stärke
Espresso hat einen ausgeprägten, intensiven Geschmack. Er ist dicht, vollmundig, mit einer spürbaren Bitternote. Ein solches Getränk benötigt keine Zusätze.
Der Americano ist weicher und neutraler, die Struktur wässriger. Es fehlt die ausgeprägte Bitterkeit. Diese Kaffeeart wird oft mit Milch und Zucker ergänzt.
Da für die Zubereitung beider Getränke die gleiche Menge an gemahlenen Bohnen benötigt wird, enthalten die Portionen Espresso und Americano die gleiche Menge an Koffein. Im ersten Fall wird der Kaffee jedoch mit 30 ml Wasser verdünnt, im zweiten Fall mit mindestens 120 ml. Berechnet man den Koffeingehalt pro 100 g der jeweiligen Sorte, ergibt sich, dass Espresso um ein Vielfaches stärker ist.
Espresso
Dieses Getränk ist weltweit beliebt, aber die größte Nachfrage bei Kaffeeliebhabern findet es in Südeuropa – in Spanien, Italien und Portugal. In Russland verbreitete es sich seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Für die Zubereitung der klassischen Variante verwendet man 8 bis 22 g der Kaffeemischung und füllt sie in die Kaffeemaschine. Dort wird die Masse gleichmäßig verteilt und so festgedrückt, dass sie sich zu einer festen „Tablette“ formt. Danach wird unter einem Druck von 9 bar Wasser, das auf 88-97 °C erhitzt wurde, hindurchgedrückt. Es ist wichtig, alle Parameter einzuhalten, da selbst eine geringfügige Abweichung das Endergebnis beeinflussen kann.
Neben der klassischen Variante gibt es folgende Espresso-Varianten:
- Doppio – doppelt;
- Triplo – dreifach;
- Ristretto – die Kaffeemenge entspricht einer Portion, die Wassermenge wird jedoch auf 15 ml reduziert;
- Lungo – die Menge der Kaffeemischung ist die gleiche wie in der klassischen Variante, die Wassermenge wird jedoch auf 70 ml erhöht.
Mit der Entwicklung der Technologie hat sich der Zubereitungsprozess verändert. Heutzutage verwenden die meisten Kaffeehäuser dafür keine Kaffeemaschinen, sondern Kapselkaffeemaschinen.
Americano
Es wird angenommen, dass diese Art von Kaffeegetränk während des Zweiten Weltkriegs in Italien erfunden wurde. Im Wesentlichen ist sie das Gegenstück zum amerikanischen „Regular“ – einem nicht zu stark konzentrierten Kaffee, der traditionell in großen Mengen zubereitet wurde.
Americano wird aus 30 oder 60 ml Espresso mit heißem Wasser zubereitet. Im Durchschnitt beträgt die Wassermenge 120-170 ml, kann aber auch bis zu 470 ml erreichen. Die Flüssigkeit kann sowohl aus der Kaffeemaschine als auch aus einem separaten Wasserkocher oder Wärmer entnommen werden.
Neben der klassischen gibt es folgende amerikanische Kaffeevarianten:
- Kalte oder Eiskaffee – es wird kaltes anstelle von heißem Wasser hinzugefügt;
- Kanadischer (auch bekannt als „Canadiano“ und „Red Eye“) – anstelle von Wasser wird Filterkaffee verwendet;
- Schwedischer – die Zubereitungsreihenfolge ist geändert, sodass zuerst Wasser in die Tasse gegossen wird und dann der Kaffee.
Bei der letztgenannten Getränkeart bleibt der ausgeprägte Schaum erhalten. Bei der klassischen und der kalten Variante fehlt die „Haube“, da sie beim Hinzufügen des Wassers zerstört wird.
Es ist unmöglich, eindeutig zu sagen, welches besser und schmackhafter ist, Espresso oder Americano. Die erste Variante eignet sich für Liebhaber von starken, herben Getränken mit einer deutlichen Bitternote. Wer hingegen einen milden Geschmack ohne Bitterkeit bevorzugt und Kaffee gern mit Zucker und Milch trinkt, sollte sich für den Americano entscheiden.



