Welches Geschirr sollte man für einen Induktionsherd wählen?

Induktionskochfelder bieten gegenüber herkömmlichen zahlreiche Vorteile. Die wichtigsten sind ein hoher Wirkungsgrad, die sofortige Erhitzung des auf der Kochzone befindlichen Kochgeschirrs, Sicherheit (nur der Boden des Topfes oder der Pfanne wird heiß, während die Kochfläche selbst kalt bleibt) und eine hohe Wirtschaftlichkeit. Käufern eines solchen Kochfeldes wird jedoch mitgeteilt, dass dafür spezielle Töpfe und Pfannen geeignet sind. Welches Kochgeschirr wird für ein Induktionskochfeld benötigt und warum?

Funktionsprinzip eines Induktionskochfeldes

Wie funktioniert ein Induktionsherd?

Bei herkömmlichen Kochfeldern erhitzt sich nach dem Einschalten der Kochzone zunächst das Heizelement, dann die Kochzone und die Kochfläche, und schließlich der Topf, beginnend am Boden. Dieser Vorgang nimmt viel Zeit in Anspruch. Zudem kühlen sie nur langsam ab, was zu großen Stromverlusten führt.

Bei einem Induktionskochfeld erfolgt die Erhitzung direkt in der Materialschicht, aus der das Kochgeschirr besteht. Der Prozess basiert auf der Absorption der im Induktionsblock erzeugten elektromagnetischen Energie. Dies geschieht praktisch augenblicklich. Hierfür wird jedoch Kochgeschirr benötigt, dessen Boden einen hohen spezifischen Widerstand und magnetische Permeabilität aufweist (aus ferromagnetischem Material besteht). Und das ist übrigens noch nicht alles.

An sämtliches Kochgeschirr, das auf einem Induktionskochfeld verwendet wird (und vor allem an dessen Boden), wird eine ganze Reihe durchaus berechtigter Anforderungen gestellt.

  • Der Boden solchen Kochgeschirrs muss perfekt glatt und eben sein. Wölbungen oder Rauheiten würden die Bildung des Induktionsfeldes behindern, und das Kochfeld würde sich schlichtweg nicht einschalten. Oder es würde sich einschalten, aber mit Lärm, Klappern und Knistern arbeiten, was bereits unsicher ist.
  • Der Boden muss sehr dick sein (mindestens 2 mm, je dicker, desto besser). Dies gewährleistet eine lange Lebensdauer des Kochgeschirrs (es verformt sich nicht unter Hitzeeinwirkung) und schützt die Speisen vor dem Anbrennen.
  • Der Boden des Kochgeschirrs darf nicht weniger als 70 % der Fläche der Kochzone einnehmen, da sonst der Induktionsprozess nicht startet.
  • Idealerweise besteht der Boden aus mehreren Schichten (die äußere – ein Ferromagnet – leitet die entstehende Wärme in den Topf, die mittlere hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit und speichert die Wärme lange, die innere besteht aus dem gleichen Material wie der gesamte Topf). Manchmal gibt es mehr Schichten – es werden Antiverformungsplatten hinzugefügt.

Tipp

Das für Induktionskochfelder verwendete Kochgeschirr eignet sich auch für herkömmliche Kochfelder (umgekehrt ist dies jedoch bei Weitem nicht immer der Fall). Wenn Sie also planen, in Zukunft ein Induktionskochfeld zu kaufen, beginnen Sie bereits jetzt, nach und nach einen Satz Kochgeschirr dafür zusammenzustellen, und nutzen Sie dieses. Ein solches Kochfeld ist an sich schon teuer, und zusammen mit dem Küchengeschirr kann es eine untragbare finanzielle Belastung darstellen.

Der Boden von Kochgeschirr für Induktionskochfelder

Wie wählt man das richtige Kochgeschirr aus?

Solches Geschirr ist recht teuer, daher sollte man beim Kauf sehr sorgfältig vorgehen und auf eine Reihe von Besonderheiten achten.

  • Der Boden muss, wie bereits erwähnt, ferromagnetische Eigenschaften aufweisen. Einfach ausgedrückt: Ein Magnet muss daran haften bleiben. Daher ist es ratsam, beim Kauf eines solchen Geschirrs einen Magneten mitzunehmen (einer von denen, die am Kühlschrank hängen, tut es auch), um das Geschirr leicht überprüfen zu können.
  • Solches Geschirr trägt eine spezielle Kennzeichnung. Das Symbol für ein Induktionskochfeld auf dem Geschirr sieht aus wie mehrere Schlaufen oder Zickzacklinien; oft befindet sich auf dem Produkt die Aufschrift „Induction“.
  • Der Boden muss sehr dick sein (idealerweise 5-6 mm).
  • Standard-Induktionskochfelder schalten sich nicht ein, wenn der Durchmesser des Topfes kleiner als 12 cm ist. Andernfalls entsteht in einer Höhe von 12-20 cm über der Kochfläche elektromagnetische Strahlung, die den zulässigen Grenzwert um ein Vielfaches übersteigt und der Gesundheit von Menschen oder umliegenden Elektrogeräten schaden kann. Daher ist auch auf die Größe zu achten.
  • Geschirr, das vollständig aus Glas, Aluminium oder Kupfer besteht, ist definitiv nicht für ein solches Kochfeld geeignet (Metalle sind zu weich und verformen sich schnell, Glas lässt keine elektromagnetischen Wellen durch) und wird keine Kennzeichnung tragen.
  • Es spielt keine Rolle, aus welchem Material der Hauptteil des Topfes oder Wasserkochers besteht oder welche Beschichtung sie innen haben. Denn am Prozess der Induktionsfelderzeugung ist nur der Boden beteiligt. An ihn werden die wesentlichen Qualitätsanforderungen gestellt.

Tipp

Wenn Sie gerne zum Beispiel Kaffee in einer Ibrik (türkische Kaffeekanne) zubereiten, deren Durchmesser von vornherein kleiner als nötig ist, besorgen Sie sich einen speziellen Scheibenadapter in einer für die Kochzone passenden Größe. Er sieht aus wie ein metallener Fladen mit einem Griff und kann den fehlenden Durchmesser erfolgreich ausgleichen. Mit einem solchen Adapter können Sie zudem Töpfe, Bräter oder Schmorpfannen verwenden, die aufgrund der Bodenqualität oder des Materials nicht für Induktionskochfelder geeignet sind.

Kochen auf einem Induktionskochfeld

Gibt es eine Alternative?

Beim Kauf eines Induktionskochfelds fragen sich viele: Kann man das teure Geschirr nicht irgendwie durch günstigeres ersetzen? Gibt es vielleicht anderes geeignetes Kochgeschirr? Im Prinzip ist eine solche Möglichkeit gegeben (wenn auch nicht ideal). Man kann versuchen, Töpfe und Pfannen aus ferromagnetischem Edelstahl, Gusseisen oder emailliertem Eisen auszuwählen.

Dabei müssen jedoch alle Besonderheiten dieser Materialien berücksichtigt werden, denn bei der Arbeit mit einem Induktionskochfeld kann man durch falsch ausgewähltes Geschirr nicht nur das Gericht verderben, sondern auch das Kochfeld selbst sowie die umliegenden Haushaltsgeräte beschädigen.

  • Gusseiserne Pfannen, Kessel und Ententöpfe sind recht schwer, haben aber selten einen vollkommen glatten und ebenen Boden. Sie müssen besonders sorgfältig ausgewählt werden. Zudem ist Gusseisen ziemlich spröde und kann leicht durch einen Schlag Risse bekommen. Gusseisen wird in saurer Umgebung beschädigt, was die Auswahl der Gerichte für die Zubereitung in solchem Kochgeschirr einschränkt. Dieses Material nimmt schnell Gerüche von Speisen auf, daher darf man darin keine Speisen im Kühlschrank aufbewahren. Dafür erhitzt Gusseisen die Speisen gleichmäßig und hält sie lange warm, und beim Kochen brennen die Speisen kaum an. Ein weiterer Vorteil von gusseisernem Kochgeschirr ist, dass es während des Kochens nicht mit den Lebensmitteln reagiert und keine schädlichen Stoffe an sie abgibt.
  • Sie können auch emailliertes Kochgeschirr aus verschiedenen Stahllegierungen verwenden. Sie sollten jedoch auf den Boden achten. Er ist oft konkav geformt, was als Verstärker von Wellenschwingungen wirkt. Dies führt zur Entstehung von Geräuscheffekten.
  • Am sinnvollsten ist es, Edelstahl für dieses Kochfeld zu verwenden. Er oxidiert nicht, bewahrt mehr Nährstoffe der Lebensmittel und reagiert nicht mit ihnen. Daher kann dieses Kochgeschirr auch als Behälter für die Aufbewahrung zubereiteter Speisen dienen. Sie müssen jedoch darauf achten, dass die Speisen beim Kochen nicht anbrennen. Leider ist das ein erheblicher Nachteil. Zudem verursachen Nickellegierungen bei manchen Menschen allergische Reaktionen. Dann müssen Sie Ihren geliebten Topf ersetzen.

Tipp

Rühren Sie keine Speisen, die auf dem Induktionskochfeld zubereitet werden, mit einem Metalllöffel oder -spatel um. Dieser erhitzt sich sofort und stark, und Sie können sich verbrennen.

Die Anschaffung eines Induktionskochfelds ermöglicht es Ihnen, über viele Jahre hinweg erheblich Strom zu sparen. Aber der Kauf selbst kann stark ins Geld gehen. Daher können Sie sich oft nicht mehr den Kauf eines Geschirrsets im Wert von mehreren zehntausend leisten. In diesem Fall kann natürlich Ihr vorhandenes Küchengeschirr helfen, sofern es die Anforderungen erfüllt. Wenn es Ihre finanziellen Möglichkeiten jedoch zulassen, ist es besser, sich speziell für solche Kochfelder geeignetes Geschirr anzuschaffen. Es ist qualitativ hochwertiger, langlebiger und sicherer.

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  1. Andreas

    Hallo! Im Artikel steht im Tipp, dass man Speisen nicht mit einem Metalllöffel umrühren soll, da er sich sofort erhitzt. Ich habe seit etwa einem Monat ein Induktionskochfeld und rühre mit einem Metalllöffel um — DER LÖFFEL WIRD NICHT HEISS!!!!!!!! Bitte entfernen Sie diese Empfehlung, um die Leute nicht zu verwirren.

  2. Ljubow

    Ich plane, während der Küchenrenovierung das Kochfeld durch ein Induktionskochfeld zu ersetzen. Ich studiere alle Details. Der Artikel erklärt sehr ausführlich das passende Geschirr dafür.

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