Was unterscheidet einen Pfirsich von einer Nektarine: Herkunftsländer, Aussehen und Nährwert
Nicht alle Obstliebhaber verstehen, worin sich Pfirsich und Nektarine unterscheiden, abgesehen vom Namen und einigen äußeren Merkmalen. Beide sind Steinfrüchte mit zartem und saftigem Fruchtfleisch, aber dies ist fast die einzige Gemeinsamkeit. Der Unterschied liegt in vielen Faktoren – von den Anbauregionen bis zum Nährwert.

Wie unterscheidet man Pfirsich von Nektarine
Bevor wir zu den Unterschieden kommen, müssen wir einen populären Mythos entkräften, dass die Nektarine künstlich durch Kreuzung von Pfirsich mit Pflaume oder Kirschpflaume gezüchtet wurde. Die Frucht hat einen natürlichen, von der Natur gegebenen Ursprung und ist eine Varietät des Pfirsichs. Die ersten Erwähnungen stammen aus dem frühen 17. Jahrhundert, als an Pfirsichbäumen Früchte mit glatter statt pelziger Schale auftauchten. Dies geschah infolge von Mutationen bei der Selbstbestäubung.
Das heißt, in gewissem Sinne ist die Nektarine eine Anomalie, ein 'Scherz' der Natur. Und aufgrund ihrer Herkunft ist es sinnvoll, sie nicht mit dem Pfirsich an sich zu vergleichen (da die Nektarine auch ein Pfirsich ist), sondern mit der Sorte Prunus persica var. persica (Echter Pfirsich).
Die Früchte unterscheiden sich durch folgende Merkmale:
- Anbauländer. Pfirsiche sind hauptsächlich in Regionen Amerikas und Eurasiens verbreitet, wo das Klima warm oder gemäßigt ist. Die Hauptlieferanten von Nektarinen sind die Mittelmeerländer – Griechenland, Tunesien, Italien, Israel, Zypern. Die 'kahlen' Früchte kommen auch aus Bulgarien, China, Tschechien und Großbritannien auf den Weltmarkt.
- Schale. Neben der Tatsache, dass die Pfirsichhaut mit feinen Härchen bedeckt ist, die die Nektarine nicht hat, liegt der Unterschied in ihrer Elastizität und Festigkeit. Die 'behaarten' Früchte sind leichter zu beschädigen, was den Transport erschwert. Die 'nackten' Früchte haben eine festere Haut und vertragen den Transport besser.
- Fruchtfleisch. Pfirsiche unterscheiden sich von Nektarinen dadurch, dass sie innen weich und saftig sind und bei Druck leicht zerdrückt werden. Der innere Teil der glatten Früchte ist fester und gleichmäßiger, ohne erkennbare Fasern.
- Geruch und Geschmack. Reife Nektarinen duften schwach, während Pfirsiche ein starkes, süßliches Aroma verströmen. Wenn von den 'behaarten' Früchten kein Duft ausgeht, sind sie wahrscheinlich unreif. Bezüglich des Geschmacks gibt es unter den Verbrauchern Diskussionen, aber dennoch sind viele Nektarinensorten süßer als ihre 'Vorfahren'.
- Nährwert. Da Pfirsiche und Nektarinen enge 'Verwandte' sind, haben sie eine ähnliche Zusammensetzung. Die 'kahlen' Früchte sind jedoch kalorienreicher und haben einen höheren Zuckergehalt. Außerdem sind sie reicher an Phosphor, Kupfer, Eisen und den Vitaminen B, C, E und PP.
Außerdem haben Nektarinen eine längere Haltbarkeit, während reife Pfirsiche sehr schnell verderben. Aus diesem Grund werden die 'pelzigen' Früchte, die für den Transport über weite Strecken bestimmt sind, unreif gepflückt.
Pfirsich
Pfirsiche, die in früheren Zeiten auch als „Persische Äpfel“ bezeichnet wurden, können je nach Sorte eine strohfarbene, gelbe, gelb-rote, orange, rosa oder sogar bordeauxrote Schale haben. Das Fruchtfleisch ist meist gelb, manchmal weißlich.
Neben Nektarinen gibt es noch viele weitere Pfirsichsorten, die grob in folgende Kategorien eingeteilt werden:
- Echte Pfirsiche – mit flaumiger Schale, zartem Fruchtfleisch und leicht löslichem Kern;
- Pavies – „behaarte“ Pfirsiche, das Innere ist weich, der Kern löst sich nur schwer;
- Klinges – das Fruchtfleisch ist knorpelig, der Kern löst sich nicht;
- Bronjones – behaarte, abgeflachte Pfirsiche mit weichem Inneren.
Fast alle Fruchtarten eignen sich zum Verzehr in roher Form, zur Herstellung von Säften und safthaltigen Getränken, Konfitüren und Marmeladen, sowie als Zutat in Desserts und Backwaren. Eine Ausnahme bilden die Klinges – diese Früchte werden fast nie frisch gegessen, sondern hauptsächlich für die Konservierung verwendet.
Nektarine
Nektarinen unterscheiden sich in der Vielfalt ihrer Schalenfarben kaum von Pfirsichen. Meistens haben diese Früchte jedoch eine leuchtende, rötliche Farbe.
Heute sind mehr als 500 Sorten dieser Früchte gezüchtet. Sie werden grob in 2 große Gruppen eingeteilt, abhängig vom Blütentyp:
- große, rosenartige Blüten;
- glockenförmige Blüten.
Obwohl Nektarinen in Westasien, England und Europa bereits seit mehreren Jahrhunderten verbreitet sind, wurde die Frucht in Russland erst Ende des 20. Jahrhunderts populär. Später züchteten einheimische Wissenschaftler einige winterharte Sorten, die heute im Nordkaukasus und in der Oblast Wolgograd kultiviert werden.
Genau wie die „behaarten“ Früchte eignen sich auch die „kahlen“ Früchte zum Verzehr sowohl frisch als auch konserviert, sie sind Bestandteil verschiedener Desserts und werden zur Herstellung von Getränken, Fruchtmus und Marmelade verwendet.
Bei der Auswahl von Pfirsichen und Nektarinen sollte man auf die gleichen Merkmale achten. Hochwertige Früchte haben eine unbeschädigte Schale ohne Flecken und Dellen, sind fest, lassen sich aber bei Druck leicht eindrücken, und verströmen einen angenehmen, süßlichen Duft.



